
Kabeldiebe hatten am 2. Oktober vorigen Jahres in Berlin auf einen Schlag vier S-Bahnlinien lahmgelegt. Zehntausende Pendler konnten nicht zur Arbeit oder kamen zu spät. Wie das Berlin Journal berichtete, hatten die Diebe am Abend zuvor um 21:30 Uhr am S-Bahnhof Prenzlauer Allee sieben Meter Kabel gestohlen und lösten damit in der Greifswalder Straße eine Signalstörung aus, die am Freitag vier S-Bahnlinien ausbremste.
Diese Woche gab es endlich einen Fahndungserfolg gegen diese internationale Kupfer-Kabeldiebesbande.
Bundespolizisten durchsuchten am Donnerstagmorgen (17. März 2016) in Berlin und Brandenburg mehrere Wohnungen und zerschlugen damit eine Metalldiebesbande. Insgesamt sieben Haftbefehle vollstreckten die Ermittler. In zwei Wohnungen im Berliner Bezirk Neukölln konnten vier Haftbefehle vollstreckt werden. Drei weitere Durchsuchungen erfolgten in Königs Wusterhausen (Brandenburg). Dort konnten die Ermittler drei Haftbefehle vollstreckten.
Bei den Verhafteten handelt es sich um rumänische Tatverdächtige im Alter zwischen 25 und 31 Jahren. Gegen weitere Täter wird ermittelt. Insgesamt richteten sich die international geführten Ermittlungen gegen bis zu 17 Personen.
Rund 1 Million Euro Schaden
Die Bundespolizei ermittelte im Auftrag der Staatsanwaltschaft Berlin seit November 2015 gegen die Diebesbande. Die Männer hatten sich insbesondere auf kupferhaltiges Rückleiterkabel an den Bahntrassen spezialisiert und erzielten ihren Gewinn durch den Verkauf des Metalls. Durch Ihre Beutezüge verursachten die Kriminellen einen Schaden von zirka 1.000.000 Euro am Eigentum der Deutschen Bahn.
„Bei der Tatbegehung agierten sie arbeitsteilig und konspirativ und gingen dabei bandenmäßig und gewerbsmäßig vor“, teilte die Bundespolizeidirektion Berlin mit.
Durchsuchungen auch bei Altmetallhändlern

Das Amtsgericht Tiergarten stellte daher neben fünf Durchsuchungsbeschlüssen für Privatwohnungen auch zwei Beschlüsse für Berliner Altmetallhändler aus. Im Rahmen der Durchsuchungsmaßnahmen stellte die Bundespolizei in den durchsuchten Objekten neben Einbruchswerkzeug auch umfangreiches Beweismaterial, darunter Mobiltelefone, Datenträger, Kfz-Unterlagen, Kontoauszüge und Quittungen sowie Unterlagen aus der Buchhaltung sicher.
Bei dem Schlag gegen die Bande waren über 200 Beamte der Bundespolizei beteiligt. Zum Einsatz kam auch ein Polizeihubschrauber im Bereich von Berlin-Neukölln.
Der Präsident des Bundespolizeipräsidiums, Dr. Dieter Romann, sagte: „Ich danke der ermittlungsführenden Dienststelle sowie der Generalstaatsanwaltschaft Berlin für diesen wichtigen Erfolg. Darüber hinaus bedanke ich mich in diesem Zusammenhang aber auch ganz ausdrücklich bei den rumänischen Sicherheitsbehörden für die hervorragende Zusammenarbeit.“


