Airobotics: Die neue Generation der Drohnen kommt aus Israel

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Ran Krauss, Chef von Airobotics, entwickelt zivile Drohnen für Kunden aus der Industrie. (Bild: Screenshot Youtube)
Ran Krauss, Chef von Airobotics, entwickelt zivile Drohnen für Kunden aus der Industrie. (Bild: Screenshot Youtube)

Wie macht man kostengünstige Luftaufnahmen oder transportiert Waren schnell von einem Ort an den anderen? Früher benötigte man für diese Aufgaben einen oder mehrere Menschen. Heute können diese Aufgaben von Drohnen erledigt werden. Was wie Science-Ficton klingt, ist längst Realität geworden. Die ferngesteuerten Flugroboter erobern den Massenmarkt, doch bisher steht immer noch ein Mensch am Boden und steuert die Drohne. Dies könnte sich bald ändern, wenn es nach Ran Krauss geht. Er ist Chef und Mitbegründer der israelischen Drohnen-Firma Airobotics.

Airobotics entwickelt autonome Drohnen für die Industrie

Airobotics hat es sich zum Ziel gesetzt, autonome Drohnen für industrielle Kunden zu entwickeln. Dafür sammelte das Unternehmen aus Tel Aviv nun 28,5 Millionen Dollar von Investoren ein, wie Tech Crunch berichtet. Airobotics will mit autonomen Drohnen den Auswahl des teuren Fluggeräts durch menschliches Versagen verhindern. Außerdem erhöhen menschliche Drohnenpiloten die Kosten für Unternehmen, die Flugroboter im Bereich der Produktion oder Logistik einsetzen wollen.

Zu den Geldgebern der ersten Stunde gehören unter anderen Noam Bardin, Begründer von Google´s Kartendienst Waze, sowie der Risikokapitalgeber BlueRun Ventures. Auch industrielle Kunden hat Airobotics bereits. So zählt das Unternehmen die Firma Israel Chemical (ICL) zu seinen Kunden. ICL wird als eines der zehn größten Unternehmen an der Börse von Tel Aviv gehandelt. Außerdem gehöre eine internationale Technologiefirma zum Kundenstamm, den Namen will Krauss jedoch nicht verraten. Bis zum Ende des Jahres will Airobotics 25 Drohnen an gewerbliche Kunden in der ganzen Welt liefern.

Unbemannte Drohnen sollen Kosten und Risiken senken

Die Kunden interessieren sich vor allem für den Airobotics Quadrocopter. Dabei handelt es sich um eine 180 Zentimeter lange, autonome Drohne mit vier Propellern an jeder Ecke. Sie können so programmiert werden, dass sie selbstständig starten, Erkundungsflüge durchführen und eine vorher definierte Region abfliegen und observieren. Sie übertragen die aufgezeichneten Daten inklusive aller Auffälligkeiten, kehren anschließend zurück zur Basis und parken sich dort selbstständig. Ein Roboter-Arm auf der Landefläche nimmt der Drohne ihre Ladung ab und tauscht wenn nötig die Batterien aus.

In ihrer Standardausführung enthalten die Drohnen Foto- und Kartentechnologie. Darüber hinaus können sie auch mit Infrarot-Sensoren ausgestattet werden. Die Airobotics-Drohnen hätten es Israel Chemical ermöglicht, die Zeit zur Erfassung der Lagerbestände von sechs auf einen Tag zu reduzieren, sagte Yakov Kahlon, Leiter der Phosphat-Abteilung, gegenüber Bloomberg. Die Firma plant zudem, die Drohnen zur Überwachung und Wartung einzusetzen. Sie sollen dann ein Alarmsignal an einen menschlichen Mitarbeiter senden, wenn sie irgendwelche Auffälligkeiten feststellen.

Weltweiter Markt für Drohnen wächst extrem stark

Airobotics ist nur eine von vielen Firmen in einem stark wachsenden Marktsegment. Der weltweite Drohneumarkt erwirtschaftete im Jahr 2014 einen Jahresumsatz von rund 550 Millionen Dollar. Doch Schätzungen der US-Marktforschungsfirma Grand View Research zufolge wird sich der Umsatz bis zum Jahr 2022 auf 2,1 Milliarden Dollar mehr als vervierfachen. Eine Schätzung von Radiant Insights Inc. rechnet sogar mit einem Gesamtumsatz von 4,8 Milliarden Dollar bis 2021.

Dementsprechend hoch ist die Konkurrenz. Allein in Israel hat Airobotics mindestens 25 Konkurrenten. Aufgrund seiner angespannten Sicherheitslage ist das kleine Land schon lange Vorreiter bei der Entwicklung von militärischen Drohnen. Bereits im Jahr 1973 stellte Israel die erste unbemannte Überwachungsdrohne vor. 33 Jahre später kommt diese Entwicklung auch den Firmen zu Gute, die an zivilen Anwendungen für Drohnen arbeiten.

„Israel ist ein sehr guter Ort, um Drohnen zu entwickeln“, weiß auch Airobotics-CEO Krauss. Viele seiner Mitarbeiter haben vorher für israelische Rüstungsunternehmen wie Rafael Advanced Defense Systems, Israel Aerospace Industries und Elbit Systems gearbeitet. „In Israel gehören die Hardware-Experten zu den besten der Welt. Dagegen wird es schwierig, einen Hardware-Ingenieur im Silicon Valley zu finden.“