Soros wettet 100 Millionen Euro auf Absturz der Deutschen Bank

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George Soros hat eine Millionenwette gegen die Deutsche Bank platziert. Der gerissene Investor spekuliert mit 100 Millionen Euro auf einen Absturz der Aktien des größten Geldinstituts Deutschlands.

Der gerissene Spekulant George Soros hat mit 100 Millionen Euro auf einen Kurseinbruch der Deutschen Bank gewettet und gewonnen. (Bild „<a href="https://www.flickr.com/photos/ncaranti/8073542339/in/photolist-8j3MDM-mgY2n1-mgWbnF-mgW8Cc-mgY2qs-fer2sb-fWsUkh-fosYJa-mgWWx2-mgWUCv-85axvH-8ipgCi-mgWXmr-85aJqn-mgWXQT-e8g3gZ-mgWX42-e8g3p2-sYocD-e8g3dg-e8fQ4K-mgWX4H-k35D5-2YosPb-hSaYi1-ahKmWm-dir1RR-HMLRt-HMM6Z-aRto5K-jkapX-57ABe2-8j72bs-ahKoq1-5b3SFi-8Dkosp-pPgJh-D9HnMB" target="_blank">The man who broke the Bank of England</a>“ von „“Niccolo Caranti via flickr.com. Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank">Creative Commons 2.0</a>)
Der gerissene Spekulant George Soros hat mit 100 Millionen Euro auf einen Kurseinbruch der Deutschen Bank gewettet und gewonnen. (Bild „The man who broke the Bank of England“ von „“Niccolo Caranti via flickr.com. Lizenz: Creative Commons 2.0)

Soros platzierte die Wette über seine Investmentgesellschaft Soros Fund Management LLC am Freitag letzter Woche, kurz nach dem Bekanntwerden des Brexit-Votums. Der Fonds ging eine Leerverkaufsposition in Höhe von 0,51 des ausgegebenen Aktienkapitals der Deutschen Bank ein, wie Süddeutsche mit Verweis auf den Bundesanzeiger berichtet.

Soros platziert Millionenwette gegen Deutsche Bank

Soros Fund Management LLC verkaufte rund sieben Millionen Aktien der Deutschen Bank, die sich die Investmentgesellschaft zuvor am Finanzmarkt geliehen hatte. Das Kalkül der Wette: Die Kurse der Deutschen Bank würden im Zuge des Brexit-Sturms abstürzen und der Fonds könne die Wertpapiere später günstiger wieder aufkaufen und zurückgeben. Die Rechnung ging auf und hat Soros ein kleines Vermögen eingebracht.

Am Freitag zu Handelsbeginn fiel die Aktie der Deutschen Bank von 15,52 Euro auf 13,01 Euro. In den darauf folgenden Tagen nach dem Brexit büßte die Aktie mehr als 20 Prozent ein. Am Montag fiel die Aktie auf den tiefsten Stand in der Geschichte des deutschen Aktienindex. Selbst wenn der Investor am Freitag zu Kursen von knapp 14 Euro seinen Leerverkauf getätigt hat, dürfte er bereits einen Gewinn von gut zehn Millionen Euro gemacht haben.

Gleichzeitig mit Soros’ Investmentgesellschaft ging am Freitag auch der Londoner Hedgefonds Marshall Wace eine Wette in gleicher Größenordnung gegen die Deutsche Bank ein. Damit summieren sich die Netto-Leerverkaufspositionen der Hedgefonds derzeit auf mindestens 1,01 Prozent der Deutsche-Bank-Aktien. Marshall Wace wurde im letzten Jahr mit einer Spekulation auf den Absturz der portugiesischen Bank Espirito Santo berühmt. Der Fonds wette 27 Millionen Euro auf den Kurseinbruch und gewann.

Brexit überrascht Börsen, Bank-Aktien stürzen ab

Das Brexit-Votum der Briten hat die Finanzmärkte kalt erwischt. Der deutsche Leitindex Dax stürzte zu Handelsbeginn um zehn Prozent ab. Es war der größte Kurseinbruch seit Ausbruch der Finanzkrise 2008. Innerhalb kürzester Zeit löste sich eine Marktkapitalisierung von 95 Milliarden Euro in Luft auf. Besonders schwer traf der Brexit die Banken. Neben der Aktie der Deutschen Bank verlor die Commerzbank-Aktie zwischenzeitlich 17 Prozent.

Auch an der Londoner Börse verloren Bank-Aktien massiv an Wert. Die Aktien der britischen Großbanken Barclays, Royal Bank of Scotland und Lloyds fielen zwischenzeitlich um mehr als 30 Prozent. Der rapide Kursverfall zwang die britische Notenbank, die Bank of England (BoE), zur öffentlichen Ankündigung, die Finanzmärkte notfalls mit Geldspritzen zu stabilisieren. Die Zentralbank kündigte an, notfalls bis zu 250 Milliarden Pfund für diesen Zweck aufwenden zu wollen.

Soros: Der Mann, der die Bank of England bezwang

George Soros wurde selbst mit einer Spekulationen gegen das britische Pfund zum Milliardär. Er hielt das Pfund Anfang der neunziger Jahre für stark überbewertet und wettete ein Vermögen auf den Verfall der britischen Währung. Am 16. September 1992 löste eine Zinserhöhung der Bank of England den „Schwarzen Mittwoch“ aus und stürzte das Land in eine Währungskrise. Die Wette brachte Soros eine Milliarde Dollar ein, vor allem auf Kosten des britischen Staats und der Notenbank. Seit dem trägt er den Spitznamen „Der Mann, der die Bank of England bezwang“.

Im Vorfeld der Brexit-Abstimmung versuchte die Investoren-Legende und gemeinsam mit Lord Jacob Rothschild die britischen Wähler von einem Verbleib in der EU zu überzeugen. Rothschild warnte die Briten davor, dass ein EU-Austritt eine „schädliche und gestörte Situation“ im Land erzeugen würde und sorgte sich um eine geringere Rolle Großbritanniens auf der politischen Weltbühne.

Soros war der Ansicht, die Briten würden die wahren Kosten eines EU-Austritts „massiv unterschätzen“. Soros prophezeite einen Einbruch des britischen Pfund, und er sollte Recht behalten. Zwar fiel das britische Pfund nicht um die von ihm prognostizierten 15 Prozent zum Dollar, sondern „nur“ um 11 Prozent. Dennoch erreichte die britische Währung damit den tiefsten Stand seit 30 Jahren. Dieses Mal jedoch habe Soros nicht auf einen Verfall der britischen Währung gewettet, wie er in einem Beitrag auf Project Syndicate beteuert.