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Warum das Ende des Euro unausweichlich ist

Thomas Feldhaus

Veröffentlicht · Aktualisiert · 6 Min. Lesezeit

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Warum das Ende des Euro unausweichlich ist
Wenn Italien in den kommenden Monaten fällt, hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ein weitaus größeres Problem als beim Crash von Irland, Zypern, Griechenland und Portugal. (Screenshot: YouTube)

EU und Euro sind Schritt für Schritt vor allem auf Bestreben der USA geschaffen worden. Ihre fehlerhafte Konstruktion ist der Grund dafür, dass in den kommenden Monaten eine Finanzkrise ausbrechen wird, der sie nicht mehr werden standhalten können.

Warum das Ende des Euro unausweichlich ist
Wenn Italien in den kommenden Monaten fällt, hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ein weitaus größeres Problem als beim Crash von Irland, Zypern, Griechenland und Portugal. (Screenshot: YouTube)

In der Vergangenheit haben die Staaten Finanzkrisen dadurch überwunden, dass ihre Zentralbanken im Wesentlichen massiv Geld druckten. So gelang es ihnen meist, die Probleme des Finanzsystems irgendwie in die Zukunft zu verschieben.

Doch die im Falle von EU und Euro ist deren Konstruktion geradezu der Grund dafür, dass in den nächsten Monaten eine Finanzkrise ausbrechen wird. Und diese kommende Finanzkrise wird durch die Europäische Zentralbank nicht mehr zu bewältigen sein.

Die EU ist ein Geschöpf der US-Politik

Nach dem Zweiten Weltkrieg verfolgten die USA das Ziel, eine Ausbreitung des Kommunismus in Europa zu verhindern. Aus diesem Grund starteten die Amerikaner damals laut einer Analyse von Alasdair Macleod gleich drei politische Projekte:

  1. ab 1948 der Marshall-Plan zur staatlichen Förderung von Infrastrukturprojekten in Europa,
  2. ab 1949 die Nato, welche dauerhafte Militärbasen für die amerikanischen und britischen Truppen in der BRD sicherstellte, und
  3. ab 1948 das American Committee for a United Europe (ACUE), welches vom US-Geheimdienst CIA finanziert wurde, um im Geheimen die politische Union in Europa zu fördern.

Der sogenannte Prozess der europäischen Einigung war daher von Anfang an alles andere als eine europäische Entwicklung. Zunächst schuf man am 18. April 1951 mit dem Vertrag von Paris die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS). Die Gründungsmitglieder dieser ersten supranationalen Organisation waren:

  • Belgien,
  • die BRD,
  • Frankreich,
  • Italien,
  • Luxemburg und
  • die Niederlande.

Die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl entwickelte sich zur heutigen Europäischen Union mit 27 Mitgliedsstaaten, wobei Großbritannien bereits nicht mehr mitgezählt ist. Denn das Land wird nach dem Brexit-Votum möglicherweise schon im kommenden Jahr die EU verlassen.

Doch auch im Jahr 2016 gibt es in der EU noch immer nichts Vergleichbares, das man auf der Staatenebene als nationale Identität bezeichnen würde. Die deutlichen kulturellen und sprachlichen Unterschiede zwischen den Mitgliedsstaaten bestehen nach wie vor. Aus diesem Grund hat sich auch kein politischer Zusammenhalt entwickelt.

Der scheinbar gute Start des Euro

Trotzdem ließ sich Deutschland darauf ein, die Europäische Zentralbank und den Euro zu etablieren. Die Verabschiedung der harten D-Mark lag im Interesse deutscher Großkonzerne, die von einer schwachen Währung profitieren wollten. Sie hatten in der deutschen Politik mehr Einfluss als die Warner bei der Deutschen Bundesbank.

Nachdem man den Euro am 1. Januar 2002 als Bargeld eingeführt hatte, wurde der Franzose Jean-Claude Trichet der zweite EZB-Präsident nach dem Niederländer Wim Duisenberg, der das Amt vom 1. Juni 1998 an bis zum 31. Oktober 2003 innegehabt hatte.

Zunächst lief das Projekt Euro gut an. Fast alle Staaten der Eurozone mussten jetzt viel weniger Zinsen zahlen als jemals zuvor in ihren nationalen Währungen. Denn das Ausfallrisiko der Staatsanleihen wurde im Hinblick auf deutsche Bundesanleihen bemessen. Dies waren die sichersten Anleihen mit entsprechend den niedrigsten Zinsen.

Europas Banken, Versicherungen und Pensionsfonds profitierten von dem deutlichen Preisanstieg bei den Staatsanleihen jener Länder, die zuvor schwächere Währungen gehabt hatten. Sie investierten hier massiv.

Vertragsbrüche in der Eurozone wurden Normalität

Dies veranlasste jene Staaten wiederum massiv Schulden aufzunehmen, so günstig wie nie zuvor. Die Defizitgrenze aus dem Maastricht-Vertrag von 3 Prozent des BIP sowie die Staatsschuldengrenze von 60 Prozent des BIP wurden schlicht ignoriert – sogar von Deutschland.

Von Anfang an fühlte sich kein Staat der Eurozone an die Regeln im Hinblick auf die neue Währung gebunden. Der Maastricht-Vertrag aus dem Jahr 1993 wurde von allen Beteiligten gebrochen. Der Euro selbst entwickelte sich zu einem Selbstbedienungsladen zum Schuldenmachen, als gäbe es kein morgen.

Das Bankensystem der Eurozone verbindet die nationalen Notenbanken mit der EZB. Das Verbindungsstück zur Abrechnung der Geldflüsse ist das sogenannte Target-System. Dieses entwickelte sich aber schnell zu einem Mittel, mithilfe dessen die anderen Eurostaaten deutsche Waren kaufen und statt zu bezahlen anschreiben lassen.

Die Deutschen wollen ihr Geld zurück

Immer wieder wird behauptet, Deutschland profitiere vom Euro, weil deutsche Firmen massiv Waren und Dienstleistungen in andere Eurostaaten exportieren dürfen. Doch das Problem dabei ist, dass die anderen Staaten sich das Geld dafür bei Deutschland borgen. Die Deutschen profitieren davon nur dann, wenn die anderen Staaten das geborgte Geld zurückzahlen.

Doch es wird immer offensichtlicher, dass die Schuldnerstaaten im Target-System nicht zahlen können. Sie brauchen sogar immer noch mehr Geld, nur um zu überleben. Weder die Schuldner-Staaten noch die Gläubiger-Staaten wollen dieser Realität in Auge sehen.

Sichtbar wurde das Problem bereits bei Irland, Zypern, Griechenland und Portugal. Diese kleineren Länder konnte Deutschland unter Führung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble noch dazu zwingen, ihre Schuldendienste aufrechtzuerhalten. Diese Staaten sind heute wirtschaftliche Zombies.

Italien wird das wirkliche Problem

Doch das wirkliche Problem kommt erst noch. Denn mit einer wachsenden Schuldenquote von derzeit 133 Prozent steht nun auch Italien vor dem Staatsbankrott. Wenn Italien fällt, werden Spanien und Frankreich folgen, erwartet Alasdair Macleod. Das gesamte Bankensystem in Europa wäre in Gefahr. Die deutschen Sparer würden erkennen, dass sie den Schaden werden bezahlen müssen.

Wenn in Kürze Italien gerettet werden muss, wird als erstes wie immer die EZB einspringen und die italienischen Banken liquide halten. Um dies tun zu können, muss die Zentralbank massiv Euros drucken und riesige Mengen an Staats- und Unternehmensanleihen in Euro aufkaufen. Damit würde die EZB den eigenen Bankrott riskieren.

Noch gibt es keine Alternativen zur EZB. Daher kann sie es sich sogar leisten, negative Zinssätze vorzuschreiben. Doch es zeigen sich Risse im System. Der Austritt Großbritanniens aus der EU ist nur ein erster Schritt, andere Staaten wie Frankreich werden wahrscheinlich folgen.

Wachsende Skepsis gegen die EU wegen Flüchtlingskrise

Gerade auch vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise könnte Brüssels Machterweiterung in den Bevölkerungen Europas weiter an Zuspruch verlieren. Auch die CDU von Bundeskanzlerin Angela Merkel musste wegen der Flüchtlingskrise vor zwei Wochen in Mecklenburg-Vorpommern und jetzt in Berlin zwei kräftige Wahlniederlagen hinnehmen.

In Frankreich führt Marine Le Pen, die Chefin des Front National, in Umfragen zur Präsidentenwahl im kommenden Jahr. Sie will erreichen, dass nach Großbritannien auch Frankreich aus der EU austritt (Frexit). In Frankreich sind die EU-Gegner noch stärker als in Großbritannien.

In den beiden stärksten Staaten Europas rumort es. Wenn in den kommenden Monaten die nächste gewaltige Finanzkrise die Eurozone trifft, dann werden Investoren Euros verkaufen. Der Kurs zum Dollar wird deutlich fallen. Zudem werden die Sparer der Eurozone als Schutz gegen einen Wertverlust des Euro physisches Gold kaufen.

Sobald dieser Prozess Fahrt aufnimmt, wird die Europäische Union, deren Erschaffung einst vom CIA im Interesse der USA finanziert wurde, auseinanderbrechen. Denn es fehlt ihr an einer gemeinsamen Identität. Der gegen den Willen der Bürger eingeführte Euro wird nicht mehr als Geld verwendet werden.

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