Geplante Anleiheemission über 100 Mio. Euro von publity AG gestoppt

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Die publity AG gab am Vormittag des 26.01.2023 in einer kurzen Pressemitteilung bekannt, ihre geplante Anleiheemission nicht weiter zu verfolgen.

publity AG stoppt geplante Anleiheemission über 100 Mio. Euro
publity AG stoppt geplante Anleiheemission über 100 Mio. Euro

publity AG Vorstand stoppt geplante Anleiheemission weiterer Unternehmensanleihen

Zum Start in das frische und herausfordernde Jahr 2023 bereitet sich die publity AG auf ein neues Kapitalmarktumfeld vor. Zum einen sind die wachsenden Unsicherheiten über die wirtschaftliche Entwicklung sowie eine wachsende Rezession die Risikofaktoren. Die Folgen der Pandemie und der militärischen Auseinandersetzung in Osteuropa sind Treiber einer anhaltend hohen Inflation, welche sich im kommenden Jahr noch negativer auf die Verbraucherstimmung und den Konsum auswirken könnte. Eine Immobilien-Krise 2023 hält Thomas Olek, Gründer der publity AG, für sehr wahrscheinlich und identifiziert zahlreiche Anzeichen dafür.

Die größten Zentralbanken werden ihre restriktive Geldpolitik höchstwahrscheinlich noch eine Weile beibehalten und den Leitzins wie angekündigt weiter erhöhen. Man kann davon ausgehen, dass die Schwankungen der Aktien-, Immobilien und Rentenmärkte auch in 2023 weiterhin stattfinden werden. Die Politik des leichten Geldes scheint eine Kehrtwende zu machen und Unternehmen fangen an entsprechend zu handeln.

„Der Vorstand der publity AG (ISIN: DE0006972508) hat am Vormittag des 26.01.2023 bekannt gegeben, die geplante Anleiheemission einer weiteren Unternehmensanleihe mit einem Gesamtnennbetrag von bis zu EUR 100 Mio. EUR aufgrund des aktuellen Kapitalmarktumfelds nicht weiterzuverfolgen. Zur Wahrnehmung von Investmentopportunitäten verfüge publity über ausreichend andere Finanzierungsmöglichkeiten, so das Unternehmen am Vormittag.“, teilte das Unternehmen in einer Pressmeldung mit.

Geplante Anleiheemission von publity AG gestoppt

Die geplante Anleiheemission der neuen Unternehmensanleihen sollte im Wege eines öffentlichen Angebots in Deutschland und im Großherzogtum Luxemburg erfolgen, nachdem die luxemburgischen Wertpapieraufsichtsbehörde Commission de Surveillance du Secteur Financier (CSSF) den Wertpapierprospekt überprüft hätte. Zusätzlich sollen die Schuldverschreibungen ausgewählten Anlegern im Rahmen einer Privatplatzierung in Deutschland und anderen ausgewählten europäischen Jurisdiktionen zum Kauf angeboten werden.

Die geplante Anleiheemission der publity-Anleihe 2022/2027 über 100 Mio. Euro war mit einem Zinssatz von 6,25 % p.a. und einer Laufzeit von 5 Jahren geplant. Die 100.000 Unternehmensanteile sollten durch das Mandat der futurum bank AG verkauft werden. Der geplante Emissionserlös war zur Finanzierung des weiteren Wachstums und der weiteren Entwicklung der Unternehmensgruppe gedacht, wobei vorrangig die Akquisition weiterer Immobilienobjekte in Deutschland sowie von Beteiligungen an Immobilienobjekte in Planung war.

Die Anleihegläubiger der bisherigen publity Unternehmensanleihe 2020/25 (DE000 A254RV 3) hatten im vierten Quartal mittels Abstimmung ohne Versammlung eine Anpassung der Anleihebedingungen beschlossen. Unter anderem wurde so die Laufzeit der Schuldverschreibungen verlängert und der Zinssatz erhöht: Endfälligkeit ist nunmehr am 19. Dezember 2027, zuvor war dies der 19. Juni 2025. Damit ist die Unternehmensanleihe 2020/25 zur Unternehmensanleihe 2020/2027 gewandelt worden. Der Zinssatz erhöht sich ab dem 19. Juni 2023 von zuvor 5,5 auf dann 6,25 %. Zudem wurde der Emittentin ein Wahlrecht zur vorzeitigen Rückzahlung sämtlicher Schuldverschreibungen oder einem Teil davon eingeräumt.

Vorstandsvorsitzender der Neon Equity AG und Aufsichtsratsvorsitzender der publity AG , Thomas Olek © Neon Equity AG
Vorstandsvorsitzender der Neon Equity AG und Aufsichtsratsvorsitzender der publity AG , Thomas Olek © Neon Equity AG

Guter Start für publity AG ins Jahr 2023

Die bestehende Unternehmensanleihe der publity AG konnte seit Anfang des Jahres wieder um ca. 15,5 % zulegen, nachdem im Dezember ein Tiefpunkt erreicht war. Die Neon Equity AG von Thomas Olek ist der Hauptaktionär des Frankfurter Büroimmobilien-Unternehmens publity AG mit einem Anteil von 48,9 Prozent. Die publity AG hat im 1. Halbjahr 2022 einen Gewinn nach Steuern von 5,2 Millionen Euro verbucht.

(TB)