China wird wahrscheinlich bald der größte Investor der Welt werden. Die Chinesen sind immer für eine Überraschung gut. Ihre neueste Strategie sieht einen enormen Zuwachs in globalem Investment vor.

Wird China der größte Investor der Welt?
In den ersten 10 Wochen dieses Jahres haben chinesische Firmen mehr investiert, als im gesamten letzten Jahr. Bis Mitte April wurden 110 Milliarden Dollar in ausländische Projekte gesteckt, in 2015 waren es zusammengerechnet „nur“ 108 Milliarden.
Wenn dieser Trend so weiter geht, könnten chinesische Unternehmen ihr Investmentvolumen vom letzten Jahr ohne Weiteres verdoppeln. Damit würde China der größte Investor der Welt werden, würden dafür ihr Wachstum aber auch versiebenfachen.
Beratungsgesellschaften rechnen China große Chancen ein, die USA als größten, ausländischen Investor bereits Ende diesen Jahres zu überholen. Ihre Prognose geht natürlich davon aus, dass sich Blitzstart im Rest des Jahres widerspiegeln wird.
Chinesische Firmen suchen ständig nach ausländischen Unternehmen. Abgesehen von den geschäftlichen Gründen, müssen Chinas Investmenthaie auch die Regierung befriedigen. Aus diplomatischen Gründen sind gerade Investitionen außerhalb Chinas gewünscht. In bilateralen Vereinbarungen verspricht das Land immer weider anderen Staaten, in sie zu investieren. Und das in Milliardenhöhe.
In diesem Sinne bekommen inländische Firmen bei ausländischen Investitionen viel Unterstützung von der Regierung. Abgesehen davon profitieren chinesische Unternehmen aktuell von geringen Kapitalkosten.
China ist an Macht interessiert

Die Chinesen sind stark daran interessiert, ausländische Märkte und deren Technologie zu akquirieren. Projekte sind daher politisch, sowie auch ökonomisch wertvoll. China investiert unter anderem in Nuklearreaktoren und Hafen. Wie zum Beispiel der in Sri Lanka, der den Import von ozeanischen Routen verknüpft. Das Saatgutunternehmen Syngenta und schweizer Pestizide standen auch ganz oben auf der Liste: China National Chemical Corp. hat dafür 43 Milliarden Dollar gezahlt, schreibt Voanews.
Im Moment wird weitaus mehr aus China exportiert als importiert. Die Nachfrage nach ausländischen Gütern hat bei den Chinesen in den letzten Jahren stark nachgelassen. Diplomaten versuchen daher mit Investitionsversprechungen ihre politischen Partner gutmütig zustimmen. So würde die EU zum Beispiel stärker dazu bereit sein, in Verhandlungen zu Gunsten Chinas zu entscheiden.
Es fehlt nicht viel, bis China der größte Investor der Welt wird. 2015 kamen 10 Prozent des gesamten globalen Investments von chinesischen Unternehmen. Das könnte dieses Jahr nicht nur verdoppelt werden, in der nächsten Zeit könne das Gesamtinvestment sogar auf 1 Trillion Dollar klettern.
Chinas Staatsrat hat in einer Pressemitteilung bekanntgegeben, dass das Land gerade den vierten Schritt der „Go Global“ Strategie umsetzt. Jetzt sollen private Firmen eine wichtige Rolle einnehmen und sich in ihrem Investmentportfolio verstärkt differenzieren.
Wenn die Wirtschaft wieder den normalen Zustand erreicht, wird China einen dramatischen Wechsel erleben: von einem Land, das Kapital importiert, zu einem Land, das Kapital exportiert. Aus der „Weltfabrik“ wird ein „Weltmarkt“.


