Leitungswasser in Europa: 72% mit Kunststoffpartikeln verseucht

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83 Prozent aller Wasserquellen der Welt sind mit Kunststoffpartikel verseucht. Trinkwasser aus dem Wasserhahn galt bisher als reiner und gesünder als das aus Plastikflaschen, jetzt warnen Wissenschaftler vor unbekannten, gesundheitlichen Auswirkungen von Plastik auf den menschlichen Körper.

Leitungswasser in Europa: 72% mit Kunststoffpartikel verseucht (Foto: Steve Johnson)
Leitungswasser in Europa: 72% mit Kunststoffpartikeln verseucht (Foto: Steve Johnson)

Kunststoffpartikel in deutschem Leitungswasser

Es wurde Trinkwasser aus dem Wasserhahn in mehr als 12 Ländern untersucht. 83 Prozent aller Proben enthielten Kunststoffpartikel und Plastikfasern.

In den USA sind sogar 94 Prozent aller untersuchten Trinkwasserquellen versucht. Auch der Libanon und Indien haben eine extrem hohe Konzentration von Plastik in ihrem Wasser.

Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben die niedrigsten Werte. Mit 72 Prozent Verunreinigung sollten aber selbst wir uns ernste Gedanken über die Qualität unseres Wassers machen.

Bisher konnte man die Angst vor Mikroplastik einfach umgehen, in dem man auf Fisch und Meeresfrüchte verzichtete. Die hohe Konzentration von Plastik in den Weltmeeren ist nun schon länger bekannt, schreibt der Guardian.

Wissenschaftler wissen aber immer noch nicht, wie sich mikroskopisch kleine Kunststoffpartikel auf den menschlichen Körper auswirken und ob ernste Gesundheitsrisiken mit dem Verzehr einhergehen.

Im schlimmsten Fall könnten Nanopartikel in den Plastikfasern die Organe im menschlichen Körper angreifen. Diese Nanopartikel sind unmöglich zu identifizieren, können allerdings mehr Bakterien mit sich bringen als man in Kläranlagen findet.

Das Ausmaß der globalen Plastikverschmutzung wird den meisten erst nach und nach bewusst. In Deutschland wurden Kunststoffpartikel in allen 24 getesteten Biermarken gefunden, genau wie mit Honig und Zucker. In Paris konnte Plastik sogar im Regen identifiziert werden: jedes Jahr fallen dort 3 – 10 Tonnen Plastik vom Himmel.

Wie genau das Plastik ins Trinkwasser kommt, ist noch ein Rätsel. Die Forscher vermuten aber, dass unsere eigene Kleidung durch vieles Waschen und Trocknen Plastikpartikel abgeben könnte. Eine kürzlich veröffentlichte Studie hat gezeigt, dass jeder einzelne Waschgang 700.000 Kunststoffpartikel in die Umwelt freilässt. Das Problem zieht sich bis zu den Kläranlagen, welche nicht für diese Art von Verschmutzung ausgelegt sind.

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