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Griechen schulden dem Staat 87 Milliarden Euro

Thomas Feldhaus

Veröffentlicht · Aktualisiert · 3 Min. Lesezeit

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Griechen Steuerschulden
Seit Jahren verschärft sich die Situation, dass die Griechen Steuerschulden nicht zahlen. (Foto: Ronny Siegel)

Im Vergleich zur griechischen Wirtschaftskraft sind die Steuern zu hoch, sodass die Griechen Steuerschulden in Höhe 87 Milliarden Euro angehäuft haben. Griechenland braucht endlich einen Schuldenschnitt und wirksame Ausgabenkürzungen.

Griechen Steuerschulden
Seit Jahren verschärft sich die Situation, dass die Griechen Steuerschulden nicht zahlen. (Foto: Ronny Siegel)

Die ausstehenden Steuern der Griechen summieren sich nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) mittlerweile auf 87 Milliarden Euro. Das entspricht einer Summe von rund 8.000 Euro pro Einwohner.

Griechen zahlen nur 45 Prozent ihrer Steuern

Der Anteil der nicht gezahlten Steuern ist seit Beginn der Wirtschaftskrise im Jahr 2010 immer weiter zurückgegangen, so der IWF. Im vergangenen Jahr zahlten die Griechen sogar nur noch 45 Prozent der von ihnen geforderten Steuern.

Insgesamt schulden die Griechen ihrem Staat inzwischen Steuern in Höhe von etwa 87 Milliarden Euro. Das entspricht etwa der Hälfte des griechischen Bruttoinlandprodukts. In keinem anderen EU-Staat schulden Bürger und Unternehmen dem Staat auch nur annähernd so viel im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung.

Die extreme Steuerschuld der Griechen ist aber nicht nur eine Folge von Steuerhinterziehung. Die griechischen Steuerbehörden sind bei der Eintreibung der Gelder nach wie vor ineffizient, berichtet die Athener Zeitung Kathimerini. Zudem hätten viele Menschen einfach kein Geld mehr, um ihre Steuerschulden zu begleichen.

Warum die Griechen Steuerschulden in dieser Höhe haben

Das Problem in Griechenland besteht vor allem darin, dass ein wirtschaftliches schwaches Land Steuern und Abgaben erhebt, als wäre es ein hochentwickeltes Land. Doch vereinfacht gesprochen kann man Menschen, die wenig verdienen, nicht viel wegnehmen.

griechenland steuerlast
Die hohe Steuer- und Abgabenlast ist ein wichtiger Grund, warum die Griechen Steuerschulden nicht begleichen. (Grafik: OECD)

In einem OECD-Ranking, das die Steuerlast in den 34 Mitgliedstaaten untersuchte (siehe Grafik), landete Griechenland sogar vor Ländern wie Australien, Kanada, Irland und der Schweiz.

Griechenland hat aber nur ein jährliches Pro-Kopf-BIP von rund 22.000 Dollar (Stand 2013). In den anderen gerade genannten Staaten ist das Pro-Kopf-BIP mindestens doppelt so hoch.

Die Steuersätze in Griechenland sind also relativ hoch. Für uns Deutschen wäre es eine Freude, aber für einen durchschnittlichen Griechen sind Steuern und Abgaben in Höhe von einem Viertel seines Einkommens zu viel.

In den letzten Jahren wurden die Steuersätze in Griechenland auf Druck der internationalen Gläubiger zudem immer weiter erhöht. Stattdessen müsste Griechenland eigentlich seine irrwitzigen Ausgaben senken und endlich einen Schuldenschnitt durchführen.

In die Rente statt arbeiten

Griechenland hat jahrzehntelang über seine Verhältnisse gelebt und massiv Schulden gemacht, welche die Ursache der Krise sind. Doch das Land leidet heute nicht nur unter dieser Schuldenlast, sondern auch unter den noch immer irrwitzigen Staatsausgaben. Ein aktuelles Beispiel dafür sind die Frühverrentungen.

In letzter Zeit haben vor allem Staatsbeamte den frühzeitigen Gang in den Ruhestand beantragt. Auf diese Weise wollen sie den geplanten Rentenkürzungen zuvorzukommen. Etwa 40.000 solche Anträge sind bisher eingegangen. Bis zum Jahresende kann die Zahl auf bis zu 80.000 steigen.

Schäuble prüft einen Schuldenschnitt

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat zuletzt signalisiert, dass er einen Schuldenschnitt für Griechenland mitträgt. Damit ginge die Rettung des Landes auch auf Kosten des deutschen Steuerzahlers. Insgesamt 300 Milliarden Euro Schulden hat Griechenland bei EU-Staaten und beim IWF.

Nach sechs Jahren Griechenlandrettung kommt nun möglicherweise das erhoffte Ende mit Schrecken. Den Fehler bei den Rettungen erklärte der Rettungsgegner CDU-Abgeordnete Klaus-Peter Willsch kürzlich im Deutschlandfunk so: Wenn man jemandem alle Schulden abnimmt, ohne dass dieser sein Leben verändert, dann habe er bald wieder neue Schulden.

Da die Hilfsgelder über Jahre zins- und tilgungsfrei gestellt worden seien, sei man nahe bei einer Schenkung gewesen. Die Bundesregierung traue sich aber nicht, das zuzugeben. Denn eine Haftungsunion, in der alle EU-Länder für die Schulden der anderen haften, hätten die Deutschen immer ausgeschlossen.

Die Bundesregierung müsse eingestehen, dass sie den falschen Weg beschritten hat, so der CDU-Mann. Griechenland sollte geordnet aus der Eurozone ausscheiden. Man brauche eine Gläubigerkonferenz wie bei der Insolvenz von Unternehmen. Dann könne man sich auf eine Quote für einen Schuldenschnitt einigen.

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