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Türkei prüft Übernahme der Deutschen Bank

Erdogans Berater Yigit Bulut hat vorgeschlagen, dass die Deutsche Bank eine türkische Bank wird. Mithilfe eines neuen Staatsbank oder einer staatlichen Bankengruppe sollte sein Land das größte deutsche Geldhaus kaufen. DEUTSCHE BANK TÜRK BANKASI OLSUN…https://t.co/CWAS3RRlen @Aksam aracılığıyla — YİĞİT BULUT (@yigitbulutt) September 28, 2016 Yigit Bulut ist einer der einflussreichsten Berater des türkischen Präsidenten Erdogan. […]

Thomas Feldhaus

Veröffentlicht · Aktualisiert · 3 Min. Lesezeit

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Yigit Bulut Deutsche Bank Türkei
Hat sich Erdogan-Berater Yigit Bulut mit seinem Vorschlag, die Deutsche Bank zu kaufen, einen Scherz erlaubt?

Erdogans Berater Yigit Bulut hat vorgeschlagen, dass die Deutsche Bank eine türkische Bank wird. Mithilfe eines neuen Staatsbank oder einer staatlichen Bankengruppe sollte sein Land das größte deutsche Geldhaus kaufen.

Yigit Bulut ist einer der einflussreichsten Berater des türkischen Präsidenten Erdogan. Seiner Ansicht nach sollte die Türkei die angeschlagene Deutsche Bank kaufen. Die Übernahme solle mithilfe eines neuen Staatsfonds oder einer Gruppe staatlicher Banken geschehen. Die Deutsche Bank sollte eine türkische Bank werden, sagte Yigit Bulut am Dienstag via Twitter.

„Einige sehr gute Unternehmen in der EU werden in Schwierigkeiten geraten, und wir müssen bereit sein, eine Kontrollmehrheit an ihnen zu kaufen“, zitiert Bloomberg den Erdogan-Berater. Und die Provokation wird noch schärfer: „Würdet ihr nicht gern aus Deutschlands größter Bank eine türkische Bank machen!!“

Übernahme der Deutschen Bank kaum möglich

Der Finanzsektor galt lange Zeit als Quelle der Stärke für die türkische Wirtschaft. Doch in den letzten Jahren hat er bei Investoren an Vertrauen verloren. Der Börsenwert der türkischen Banken beträgt insgesamt gut 49 Milliarden Euro. Das ist zwar nur noch halb so viel wie im Jahr 2013. Doch die Deutsche Bank hat auch nur noch einen Börsenwert von 17 Milliarden Euro.

Die gesamte Bilanzsumme aller türkischen Banken beträgt Stand Juli zusammen 836 Milliarden Dollar. Die Bilanzsumme der Deutschen Bank lag Ende letzten Jahres bei 1,83 Billionen Dollar (1,63 Billionen Euro). Vor diesem Hintergrund scheint eine Übernahme durch die Türken kaum möglich. Doch es gibt noch ein größeres Problem.

Yigit Bulut Deutsche Bank Türkei
Hat sich Erdogan-Berater Yigit Bulut mit seinem Vorschlag, dass die Türkei die Deutsche Bank kaufen soll, einen Scherz erlaubt?

Wann startet der türkische Staatsfonds?

Im Juli hatte der türkische Premier Binali Yildirim angekündigt, dass seine Regierung die Errichtung eines Staatsfonds plant, um Investitionen in riesige Infrastrukturprojekte zu finanzieren, die Märkte zu stabilisieren und das Wirtschaftswachstum zu stützen.

Der geplante Staatsfonds könnte bis zu 200 Milliarden Dollar groß werden, sagte im August Ahmet Arslan, Minister für Transport, Schifffahrt und Kommunikation. Er nannte jedoch keine Details, woher das Geld für den Fonds kommen soll.

Bisher jedenfalls gibt es den geplanten türkischen Staatsfonds nicht. Und vor dem Hintergrund der Dringlichkeit der Probleme bei der Deutschen Bank kann man wohl ausschließen, dass die Türkei tatsächlich das größte deutsche Geldhaus wird kaufen können.

„Ich bin nicht sicher, ob sich die türkischen Staatsbanken derzeit die Bilanz der Deutschen Bank aufhalsen wollen“, sagt Timothy Ash, Kreditstratege bei Nomura International in London. Die Banken hätten derzeit schon genug eigene Probleme, weil sich das Wirtschaftswachstum in der Türkei verlangsamt.

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