Tiroler baut leichteste E-Gitarren der Welt

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Der Tiroler Instrumentenbauer Hermann Erlacher stellt die wohl leichtesten E-Gitarren der Welt her. Denn er verwendet das Holz von Blauglockenbäumen. Diese wachsen auf den nachhaltigen Plantagen der Green Wood International AG.

E-Gitarren Green Wood International
Die „Hemage Paul 1“ von Hermann Erlacher (oben) wiegt gerade mal 2,34 Kilogramm und die „Hemage Paul 2“ sogar nur 2,15 Kilogramm. Denn bei letzterer ist neben dem Korpus auch der Hals aus Paulownia-Holz.

Der Tiroler Instrumentenbauer Hermann Erlacher verwendet für seine E-Gitarren das Holz von Blauglockenbäumen, den am schnellsten wachsenden Edelholzbäumen der Welt. Ihr Holz ist leicht, aber stabil. Es wird von Green Wood International nachhaltig produziert, und den Gitarren gibt es einen klaren und zugleich druckvollen und warmen Sound.

Der Tiroler Musiker Stefan Wolf ist beeindruckt von der „Hemage Paul 2“ und kommt geradezu ins Schwärmen. „Es ist nicht nur der Klang, es ist das Gewicht, sie ist sicher um die Hälfte leichter als eine normale E-Gitarre.“ Für Berufsmusiker ist das sicherlich ein wichtiger Punkt. Rückenschmerzen kann man so zumindest minimieren.

Gitarrenbauer Hermann Erlacher aus Hall in Tirol ist seit Anfang der 1980-er-Jahre für seine maßgeschneiderten Gitarren und Bässe bekannt. Doch wie kam er darauf, für seine Modellreihe „Hemage Paul“ das ursprünglich aus China stammende Holz der Blauglockenbäume zu verwenden, die auch als Paulownia-Bäume bekannt sind?

„Ich habe früher schon mit dem leichten Holz der Sumpf-Esche gearbeitet“, sagt Hermann Erlacher. Doch die sei kein Vergleich zum jetzt entdeckten Blauglockenbaum. Denn das Holz trocknet schnell und verzieht sich fast nicht. „Ich habe praktisch keinen Verschnitt, und es klingt auch noch gut.“

Das Holz erhält der Instrumentenbauer von der Firma Green Wood International. Diese organisiert im Rahmen ihres Treeme-Projekts den nachhaltigen Anbau und Vertrieb der in Europa. Green Wood hat spezielle Aufzuchtplantagen in mehreren Ländern Europas. Im letzten Jahr etwa hat Treeme Paulownia-Bäume bei Berlin gepflanzt.

Ermöglicht wird das Treeme-Projekt durch die vielen Käufer der Bäume. Die Anleger können sich mit ihrer nachhaltigen Investition auf zweistellige Renditen freuen. Man habe sich bewusst für Deutschland als Plantagenstandort entschieden. Denn dies erhöhe die Rechtssicherheit für die Kunden, sagt der Präsident von Green Wood International Wolfgang Goese.

Das Paulownia-Edelholz wächst extrem schnell, sagt Gitarrenbauer Hermann Erlacher. „Der Holzblock, den ich für die ‚Paul 1’ verwendet habe, hatte einen Stammdurchmesser von 63 Zentimeter, gewachsen in 23 Jahren.“ Eine Fichte erreicht im gleichen Zeitraum einen Stammdurchmesser von nur rund 20 Zentimeter.

Zwar bestehen Korpus und Hals der „Hemage Paul 2“ aus Blauglockenbaums. Doch für die Griffbretter greift Erlacher weiterhin auf schwerere Hölzer zurück. Im Moment tüftelt er an einem E-Bass aus Paulownia-Holz. Denn gerade auch Bassisten wären für leichtere Arbeitsgeräte dankbar.

Das helle Holz der Paulownia-Bäume ist nicht nur sehr leicht, sondern auch hart, schwer entflammbar und witterungsbeständig. Daher ist es äußerst vielfältig einsetzbar. Man verwendet es etwa beim Hausbau, beim Schiffsbau, beim Möbelbau, für Surfbretter und eben auch für Musikinstrumente.

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