Der oberste islamische Gelehrte Abdulaziz Al Al-Sheikh verbietet Schach. Das Brettspiel vergeude Zeit, und selbst gute Gläubige könnten darüber das Beten vergessen. Der Gelehrte sieht in dem Spiel eine Gefahr für die muslimische Kultur.

Repräsentanten des Islams machen immer wieder aufs neue Schlagzeilen. Extremen Wertvorstellungen und deren waghalsigen Auslegungen mögen oft erschrecken, manchmal ist man aber einfach nur sprachlos. Der Großmufti von Saudi-Arabien verbietet jetzt das Schachspielen.
Schachspielen, eine Erfindung der Muslime
Schachspielen gehört zu der muslimischen Kultur, seit über 1400 Jahren wird überall auf den Straßen ein Klapptisch aufgebaut und Schach gespielt. Auf Bürgersteigen und in Cafés, im Park und Zuhause. Wir in Europa haben es den Persern zu verdanken: sie brachten Schach aus arabischen Gebieten mit in unsere Kultur.
Schach ist ein Denksport, wer sich mit geübten Spielern messen will muss sich warm anziehen. Schach bringt Menschen zusammen und fesselt seine Zuschauer über Stunden. Ein Spiel, das nur mit harter Arbeit beherrscht werden kann. In aktuellen Generationen geht dieses spannende Brettspiel leider immer mehr unter. Playstation und X-Box sind auch viel einfacher zu bedienen.

Großmufti verbietet Schach
Der oberste islamische Gelehrte von Saudi-Arabien heißt Abdulaziz Al Al-Sheikh. Er versucht, das Schachspielen zu verbieten. Mithilfe einer Fatma, einem islamischen Rechtsgutachten, will er dem Spiel ein Ende machen. „Es ist eine Verschwendung von Zeit und Geld und verursacht Rivalität und Feindschaft“. Außerdem mache Schach süchtig, Spieler könnten vergessen zu beten, schreibt Spiegel Online.
Eigentlich wurde dem Brettspiel schon im Dezember 2015 der Gar ausgemacht, aber irgendwie hat keiner so richtig davon Wind bekommen. Diese Woche findet aber ein Schachturnier in Mekka statt. Mekka, für die die es nicht wissen, ist der Geburtsort von Prophet Mohammed und damit die heiligste Stadt des Islams.
Die Fatwa will das Schachturnier in Mekka verbieten. Die Organisatoren wollen sich dem aber nicht fügen und stellen sich gegen die Fatwa. Es wird sich zeigen, ob der Mufti von Saudi-Arabien sein Vorhaben mit behördlicher Gewalt durchsetzen wird. Laut Definition sind Fatwas auch gar keine richtigen Gesetze, mehr religiöse Gutachten, an die man sich doch als guter Muslim halten solle.


