Minimalismus extrem: Das Leben aus dem Rucksack

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Wenn es die Mönche doch sagen… Weniger ist mehr! Wahre Glückseligkeit findet man nur ohne materiellen Besitz. Wer im Minimalismus lebt, hat kein Auto, kein IPhone und kein Netflix-Abo. Profis leben sogar nur noch aus einem Rucksack.

Minimalismuss extrem: das Leben aus dem Rucksack (Foto: Zhao !)
Minimalismus extrem: Das Leben aus dem Rucksack (Foto: Zhao !)

Es ist mehr als nur eine Phase. Eine Bewegung ist im Gange, mit politischem sowie gesellschaftlichen Unterton. Gegen Kommerz und Mainstream: man will nicht mehr gesagt bekommen, was man wie zu machen hat. Dieser Trend heißt Minimalismus.

Wer praktiziert Minimalismus?

Geht man in Berlin in eine Wohnung von einem Hipster sieht man genau, was Minimalismus ist. Die Matratze liegt auf dem Boden, mal mit Paletten darunter, mal ohne. Möbel gibt es nicht viele und die Klamotten hängen an einer Metallstange. Nach Ikea Maßstäben passt wirklich nichts zusammen. So skurril und cool zugleich.

Nicht nur Hipster leben im Minimalismus. Sie sind nur diejenigen, die ihren Lebensstil offen und selbstbewusst darstellen. Immer mehr Menschen erkennen die Ironie im Massenkauf. Man kann sein Geld auch besser verschwenden.

Buddhisten leben den Minimalismus bis sehr extrem. Menschen, die Glück und Zufriedenheit suchen erkennen die Leere im materiellen Besitz. Das schnellste Auto ist für ihn nur so interessant bis er es hat. Lebenserfahrene Menschen distanzieren von der trügerischen Idee, ihr Glück kaufen zu können. Die Hipster Generation hat das schon früh gelernt. Hut ab!

Minimalismus extrem kennt keine Grenzen

Es fängt mit den Möbeln an, geht über die eigene Kleidung bis hinzu jeglichem Besitz. Geschirrspüler, Auto und Netflix-Abo: alles Luxus auf den verzichtet werden kann. Vielen wird es schon zu viel. Andere fangen hier erst an.

Wer einmal minimal gelebt hat, kann nur schwer damit aufhören. Die Extremen gehen noch weiter, sie gehen all-in. Wer braucht eine eigene Wohnung, wenn man auch bei Freunden schlafen kann? Handys sind auch überbewerten, wenn man nicht erreichbar sein muss. Das Spiel wird bis zum 12 Liter Rucksack gespielt. Dort ist alles drin was der Minimalist braucht.

Minimalismus befreit und macht glücklich, oder?

Kein Auto bedeutet eingeschränkte Mobilität und nasse Haare wenn es regnet. Man muss aber auch nicht zum Tüv, zur Tanke oder in die Werkstatt. Die teure Versicherung muss auch nicht mehr bezahlt werden. Kein Auto bedeutet keine Sorgen zu haben, man hat nichts zu verlieren. Je mehr man nicht hat, desto weniger kann man verlieren.

Teure Möbel sind schön und das neue Iphone super toll. Man muss für sich selber wissen, was einem wichtig ist. Manche Menschen sehen ihre Freizeit als das höchste Gut, dass es gibt. Also kaufen sie weniger, sie arbeiten weniger und geben Geld nur für das Nötige aus. Und schon hat man viel Zeit für sich und seine Hobbys.

Profis geben nur noch Geld für Miete, Krankenversicherung und ihre Nahrung aus. Klingt schwer, aber mit den richtigen Freunden funktioniert dieser Lebensstil ganz gut. Wenn Bekannte und Freunde ihre alten Klamotten verschenken und mit wöchentlichem Internetzugang aushelfen ist das Leben schon um einiges einfacher.

Eins ist klar: jeder, der sich einmal von allem materiellen in seinem Leben getrennt hat, bleibt dabei. Sie sind so glücklich wie noch nie. Bevor man den Minimalismus nicht selbst ausprobiert hat dürfte man auch nicht urteilen.

3 KOMMENTARE

      • Ideal?!
        Was ist denn schon Ideal, was ist ein ” Mittelmaß”??
        Wer bestimmt das??
        Muss doch jeder selbst entscheiden und schauen ob er sich wohlfühlt….
        Ich bin extrem Minimalist und lebe mit ca.30 Dingen, für mich ist das eben ” Ideal”.
        Verstehe oft nicht, dass ich manchmal von anderen Menschen regelrecht angefeindet werde, ob meiner Lebensweise, ich bereite ja keinem Schmerzen oder Probleme damit. Man sollte einfach andere Sichtweisen tolerieren. Lg Robert

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