Geringe Spermienzahl unter Chinesen schafft Milliarden-Markt

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Die Stories häufen sich. Familien in China wollen unbedingt mehr Kinder haben. Doch die Fruchtbarkeit unter den Chinesen lässt das nicht zu. In der Konsequenz suchen vor allem die Männer mit geringer Spermienzahl medizinischen Rat und versuchen alles, um doch noch Kinder zu bekommen. Egal wie die Chancen stehen.

Geringe Spermienzahl unter Chinesen schafft Milliarden-Markt (Foto: Matthias Ripp)
Ab diesem Jahr dürfen Familien in China zwei, anstatt einem Kind haben. Eine Geringe Spermienzahl unter Chinesen erschafft dadurch einen Milliarden-Markt (Foto: Matthias Ripp)

China möchte mehr Kinder

In China möchte man seinen Kindern eine sichere Zukunft bieten können. Jetzt, da die Wirtschaft floriert und die Ein-Kind-Regelung abgeschafft wurde, entscheiden sich immer mehr für Kinder.

Doch Chinesen werden zunehmend unfruchtbar. Eine geringe Spermienzahl, späte Schwangerschaften und andere gesundheitliche Faktoren machen eine erfolgreiche Schwangerschaft zu einer schweren Geburt. Geschäftsmänner aus den USA, Australien und selbst China sehen hier ihre große Chance Unmengen von Geld zu verdienen.

Die wachsende Mittelschicht in China scheut keine Kosten. Geschäftsmann Zhang (38) und seine Frau bezahlten 14.700 Dollar für eine künstliche Befruchtung, schreibt Bloomberg. Ihm zufolge erschwert sein Lifestyle voller Zigaretten und Alkohol jegliche Chancen auf eine natürliche Befruchtung. Jetzt, da es dem Land doch so gut ginge, würde er und seine Frau unbedingt Kinder haben wollen.

Jahrzehntelang wurden chinesische Familien von ihrer Regierung zu maximal einem Kind limitiert. Die Legislation hat sich dieses Jahr aber geändert und ermöglicht nun ein Zweites für jedes Pärchen.

Im Jahr 2016 war der Markt für künstliche Befruchtung bereits 670 Millionen Dollar schwer. Nach der Kursänderung der Regierung erwartet man eine Wertverdoppelung auf 1,5 Milliarden bis 2022. Diese Zahl basiert auf der Annahme, dass 65 Prozent der unfruchtbaren Chinesen sich für eine künstliche Befruchtung entscheiden. Schlussendlich könnte sich hieraus ein 15-Milliarden-Dollar-Markt entwickeln.

Geringe Spermienzahl schafft Markt für künstliche Befruchtung

Angetrieben wird die steigende Nachfrage nach künstlicher Befruchtung von der geringen Spermienzahl unter chinesischen Männern. Gemessen anhand der Anzahl per Millimeter, sind die Spermien im Schnitt von 100 Millionen im Jahr 1970 auf 20 Millionen im Jahr 2012 gefallen.

Die Gründe für den signifikanten Abfall sind vielseitig. Psychologischer Stress, Luftverschmutzung, späte Heirat und noch späterer Kinderwunsch, Rauchen und Alkohol tragen alle zu einer verringerten Spermienzahl bei.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie hat nur 18 Prozent möglicher Samenspender als ausreichend gesund erklärt. Im Jahr 2001 lag die Zahl noch bei 56 Prozent.

Virtus Health Ltd. ist eine australische Firma, die sich in künstliche Befruchtung spezialisiert hat. Man wäre schon längst in den chinesischen Markt eingedrungen, doch es ist fast unmöglich eine lokale Lizenz zu bekommen. Deswegen kooperieren nun Reisefirmen mit ausländischen Kliniken, erschaffen sich somit ein exklusives Monopol.

In Kalifornien, USA, kommen 20 Prozent der Patienten in dem Southern California Reproductive Center aus China. „Immer mehr Chinesen,“ so Mitgründer der Firma Mark Surrey, „können sich diese Reise und Behandlung im Ausland leisten“. Natürlich ist dieser Markt ausschließlich für den wohlhabenden Geldbeutel geeignet.

In China selbst ist eine künstliche Befruchtung mit bürokratischen Hürden verbunden, die man nur schwer durchdringen kann. Somit haben es lokale Firmen schwer sich zu etablieren und schauen nach Partnerschaften im Ausland.

Trotzdem, letztes Jahr wurden 451 Samenbanken und medizinische Institutionen in der reproduktiven Gesundheit in China registriert. Bei einer wachsenden Nachfrage von 1,4 Milliarden Menschen erscheint das jedoch nicht ausreichend zu sein.

„Künstliche Befruchtung wurde zu dem wichtigsten und potenziell wachstumsstärksten Markt in Chinas Gesundheitssystem,“ so die Experten von Haitong Securities.

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