Dänemarks Häusermarkt droht „dramatischer“ Einbruch

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Angefacht durch negative Zinssätze hat der Häusermarkt in Dänemark gerade ein neues Allzeithoch erreicht. Nun warnt die größte dänische Bank davor, dass der Häusermarkt „außer Kontrolle“ geraten könnte.

Dänemark Häusermarkt Einbruch
Laut Analysten droht Dänemarks Häusermarkt einzubrechen. (Bildlizenz: Public Domain)

Dänemarks größte Bank warnt davor, dass der Häusermarkt „außer Kontrolle“ geraten könnte. Das Risiko bestehe vor allem im Umland der Städte. Aufgrund der negativen langfristigen Zinssätze seien die Kreditnehmer zu leichtsinnig.

„Ganz konkret besteht die Gefahr, dass die Dänen blind werden im Hinblick auf das Risiko, dass die Zinssätze wieder ansteigen“, zitiert Bloomberg Tore Stramer, den Chefanalysten beim Finanzdienstleister Nykredit in Kopenhagen. „Dadurch erhöht sich das Risiko eines größeren Preisrückgangs, wenn die Zinssätze irgendwann wieder beginnen zu steigen.“

Thomas F. Borgen ist Chefökonom der Danske Bank A/S, der größten Bank des Landes. Er sagt, dass seine Manager unter den Annahme arbeiten, dass die Zinssätze bis mindestens 2018 negativ oder null sein werden. Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union verstärke das Risiko einer noch längeren Phase mit negativen Zinsen.

Dänemark hat seit vier Jahren negative Zinsen

Dänemarks Zentralbank gibt seit vier Jahren negative Zinssätze vor. Kein anderes Land der Welt hat so lange mit negativen Zinsen experimentiert wie Dänemark. Die Marktverzerrungen, die sich aus dieser Zentralbankpolitik ergeben, könnten für andere Staaten der Welt eine Vorschau bieten, was ihnen bevorsteht, sollten sie einen ähnlichen Weg gehen.

Die negativen Leitzinsen in Dänemark sind eine Folge der Zentralbankpolitik zum Erhalt des Wechselkurses der dänischen Krone zum Euro. Die Dänen können heute kurzfristige Hypothekenkredite mit negativen Zinssätzen bekommen. Für Kredite über 30 Jahre zahlen sie geringere Zinssätze als die US-Regierung.

Preise für Wohnungen auf Allzeithoch

Die Preise für vom Eigentümer bewohnte Wohnungen in Dänemark erreichten im Jahr 2006 einen Hochpunkt. Doch dann platzte die Blase und die Preise fielen bis zum Jahr 2009 um rund 30 Prozent.

Doch seitdem sind die Preise für vom Eigentümer bewohnte Wohnungen in Dänemark wieder massiv angestiegen. Inzwischen liegen die Wohnungspreise wieder rund 5 Prozent über dem Hochpunkt im Jahr 2006.

„Es lohnt sich, daran zu denken, dass ein reales Risiko besteht, dass die Häuserpreise dramatisch einbrechen können, auch wenn wir keine Blase im Sinne der klassischen Definition des Begriffs haben“, sagt Nykredit-Chefanalyst Tore Stramer.

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