Zum Inhalt springen
FerryHouse

Featured

Beamten-Pensionen sind Verhöhnung der „normalen“ Arbeitnehmer

Thomas Feldhaus

Veröffentlicht · Aktualisiert · 3 Min. Lesezeit

Teilen
Pensionen der Beamten
Im Gegensatz zu normalen Arbeitnehmern können Beamte mit ihren Pensionen den Ruhestand richtig genießen. (Foto: Örlygur Hnefill)

Die Renten der „normalen“ Arbeitnehmer werden auch künftig weiter fallen, gleichzeitig steigen ihre Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Die Pensionen der Beamten hingegen bleiben stabil bei 71,75 Prozent des letzten Gehalts. Rentenbeiträge, die sich erhöhen könnten, zahlen die Beamten nicht.

Pensionen der Beamten
Im Gegensatz zu „normalen“ Arbeitnehmern können Beamte den Ruhestand richtig genießen. (Foto: Örlygur Hnefill)

In den letzten 15 Jahren ist das Rentenniveau für „normale“ Arbeitnehmer von 52 Prozent auf 47 Prozent gesunken. Und in den nächsten 15 Jahren soll es laut aktuellen Planungen auf 43 Prozent sinken. Ein durchschnittlicher Rentner bekommt derzeit nach 45 Arbeitsjahren eine Rente in Höhe von 1.314 Euro, vor Einkommensteuer und Sozialabgaben.

Für den normalen Arbeitnehmer kommt hinzu, dass die Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung immer weiter ansteigen. Im Jahr 1970 lagen sie noch bei 14 Prozent des Bruttoeinkommens. Heute betragen die Rentenbeiträge 18,7 Prozent. Und bis zum Jahr 2030 sollen es sogar 22,4 Prozent werden.

Pensionen der Beamten bleiben stabil auf hohem Niveau

Demgegenüber beträgt die Durchschnittspension eines Ruhestandsbeamten 3.000 Euro. Und ihre Pensionen erhalten die Staatsdiener bereits nach 35 bis 40 Jahren. Für die Beamten gibt es weder einen „Nachhaltigkeitsfaktor“ noch einen „Riesterfaktor“.

Zwar ist auch das Pensionsniveau in den letzten 15 Jahren gesunken, allerdings nur um etwa 4 Prozent. Und anders als bei den normalen Arbeitnehmern sind bei den Beamten für die Zukunft keine weiteren Absenkungen mehr geplant. Beiträge für ihre Altersversorgung, die steigen könnten, zahlen Beamte ohnehin nicht.

Das Pensionsniveau eines Beamten soll bei 71,75 Prozent seines letzten Gehalts bleiben, berichtet das manager magazin. Und das letzte Gehalt ist im Normalfall deutlich höher ist als das Durchschnittsgehalt im Verlauf der Beamtenkarriere. Beim normalen Arbeitnehmer wird hingegen die Durchschnittsrente zur Grundlage gelegt.

Normale Arbeitnehmer sind heute von Altersarmut bedroht. „Die staatliche Rente reicht heute nicht mehr aus“, sagt Vorsorge-Experte Dr. Sebastian Grabmaier, Vorstandschef bei Jung, DMS & Cie. Langfristig sei die staatliche Rente heute nicht mehr sicher. Der frühere Arbeitsminister Norbert Blüm sei längst von der Realität widerlegt worden.

Daher muss der Bürger nach Ansicht von Sebastian Grabmaier heute selbst zusätzlich privat vorsorgen. Doch die nötigen Einkommen zur privaten Vorsorge haben die normalen Arbeitnehmer immer seltener. Die Einkommen der Beamten ermöglichen viel eher eine private Altersvorsorge, obwohl sie dies aufgrund der hohen Pensionen weniger nötig hätten.

Die absurden Privilegien der Pensionäre

Bei den Pensionen der Beamten ist es nicht nur deren Höhe, die den normalen Arbeitnehmer verhöhnt. Hinzu kommt eine ganze Reihe teilweise absurder Privilegien für Pensionäre.

So sind etwa die Hinzuverdienstregeln bei vorzeitiger Inanspruchnahme für Beamte großzügiger als für Rentner. Die Hinterbliebenen-Pensionen werden weniger stark gekürzt als die Hinterbliebenenrenten, wenn ein eigenes Einkommen vorliegt.

Beamte bekommen in jedem Falle eine Mindestpension in Höhe von 1.573 Euro. Für eine solche Rente müsste ein normaler Arbeitnehmer 54 Jahre lang arbeiten. Die Mindestrente liegt aktuell bei 399 Euro für Alleinstehende.

Für Pensionäre übernimmt der Staat zudem 70 Prozent ihrer Krankheitskosten. Normale Rentner hingegen bekommen nur maximal 50 Prozent von der gesetzlichen Rentenversicherung.

Der FerryHouse-Brief

Donnerstags an Bord: was diese Woche wirklich entschieden wurde

Mit dem Absenden stimmen Sie dem Versand des Newsletters zu. Hinweise zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.