So zensierte Australien den Unesco-Klimabericht

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Die UN haben einen Unesco-Klimabericht verfasst und einen Auszug davon nach Australien gesendet. Die Regierung des Inselstaats hat die australischen Welterben und dessen Bedrohung durch den Klimawandel löschen lassen.

So zensierte Australien den UNESCO Klima Bericht (Foto: Ben eBaker)
So zensierte Australien den UNESCO Klima Bericht (Foto: Ben eBaker)

Der Unesco-Klimabericht

Der Bericht trug den provisorischen Titel: „Risikoreiche Gebiete: Welterbe und Tourismus in sich veränderndem Klima“, und befasst sich mit wertvollen Welterben, die durch den Klimawandel gefährdet sind. Eine Stelle die besonders hervorgerufen wurde, war das Great Barrier Reef in Australien.

Als dieser Entwurf die Regierung in Australien erreichte, wurden alle Anmerkungen und Berichte zu landeseigenen Welterben aus dem Dokument entfernt. Darunter waren das Great Barrier Reef, der Northern Territory Glorios Kakadu Nationalpark und der Tasmania Wald.

Und das gerade jetzt, während Berichte über das größte Massensterben der Geschichte weltweit Schlagzeilen machen. 93 Prozent des gesamten Great Barrier Reefs sind wegen der Erwärmung des Meerwassers „ausgebleicht“, und tot. Warum wird offensichtliches und öffentlich bekanntes versucht zu verbergen?

Australien verteidigt die Zensur

Die Umweltbehörde in Australien hat zwei Gründe aufgezählt, um ihre Zensur zu erklären. Der erste Grund war, dass der Titel von dem Bericht „Potential zu beachtlicher Verwirrung“ hätte. Am Ende wurde der Bericht mit dem Titel „Welterben und Tourismus in sich veränderndem Klima“ veröffentlicht, schreibt der Guardian.

Abgesehen davon hätte das UN-Komitee letztes Jahr zugestimmt, das weltweit bekannte Korallenriff nicht auf die Liste der gefährdeten Regionen zu setzten. Wenn das Great Barrier Reef dann als Fallbeispiel für gefährdete Regionen aufgeführt würde, könnte das allgemeine Verwirrung schaffen.

In der Realität ist aber leider genau das der Fall. Australiens berühmtestes Naturschutzgebiet ist nicht nur in Gefahr, es ist aktuell vom Klimawandel fast ausgelöscht worden. Sogar regierungseigene Wissenschaftler haben vor den Risiken für das Korallenriff gewarnt.

Die Frage bleibt, warum wird eines der beeindruckendsten und wertvollsten Naturwunder von einem Bericht weggelassen, dass sich mit den Konsequenzen der Erd- und Wassererwärmung beschäftigt?

Ihr zweites, großes Argument für die Zensur des Unesco-Klimaberichts ist etwas verständlicher. Wenn das Korallenriff erneut negativ in der Presse auftrete, könnten Tourismuseinnahmen gefährdet werden. Ob Touristen ihren Urlaubsort nach Empfehlungen der UN auswählen, sei dahingestellt. Da ihr Korallenriff aber gerne als Aushängeschild für negative Konsequenzen des Klimawandels benutzt würde, kämen der Tourismus und die damit verbundenen Einnahmen in Gefahr.

Unesco steht jetzt mit dem Rücken an der Wand

Unesco hatte das letzte Wort bei der Fertigstellung des Berichts. Adam Markhan von der UCS (Union of Concerned Scientists) hätte nichts von den Verhandlungen, das Korallenriff betreffend, mitbekommen. Er sei sehr enttäuscht über die Zensur im Bericht. Und sofort nach der Veröffentlichung teilte er den zensierten Teil über das Great Barrier Reef auf dem UCS Blog selbst.

Aber warum stimmt Unesco den Zensurforderungen Australiens zu?

Auf Anfrage hat ein Pressesprecher bekannt gegeben, dass ein Vermerk dem Bericht nun hinzugefügt wurde:

„Auf Anfrage der Regierung Australiens wurden Berichte über australische Welterben entfernt (aktuelle Informationen über den Zustand des Great Barrier Reefs sind auf der Unesco Website zu finden: http://whc.unesco.org/en/soc/3234)“

So einfach kommt Unesco aber nicht aus der Affäre. Die Leichtigkeit, mit der die Organisation ihren eigenen Bericht zensierte, ist erschreckend. Für nichts als die Interessen dritter, die Geldeinbüßen fürchteten.

Zur Verteidigung von Unesco muss man sagen, dass der Bericht nicht als Examinierung aller Welterben dienen sollte. Denn von diesen gibt es mehr als 1.000 Stück. Aber das Great Barrier Reef ist (war) das größte Korallenriff unserer Erde und sollte keinesfalls in einem Unesco-Klimabericht fehlen dürfen.

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