Die 20 weltgrößten Banken zahlten im letzten Jahr deutlich höhere Chef-Gehälter. Am besten verdiente JPMorgan-CEO Jamie Dimon. Mit einem Gehalt von 27,6 Millionen Dollar überholte er Goldman-Sachs-CEO Lloyd Blankfein.

Die Chefs der großen Banken erhielten im vergangenen Jahr 7,6 Prozent mehr Geld für ihre Arbeit. Dies geht aus einer Analyse der 20 am besten bezahlten Bankchefs in Europa, den USA, Kanada und Australien hervor, die das Unternehmen Equilar und die Financial Times erstellt haben.
Der Anstieg der Chef-Gehälter um 7,6 Prozent sieht sehr hoch aus, wenn man ihn mit den niedrigen Aktienkursen vergleicht, sagt Bill Smead von Smead Capital, einem in Seattle ansässigen Vermögensverwalter, der FT. Doch die Bankchefs hätten die hohen Zahlungen verdient, indem sie ihren Banken halfen, sich auf die extrem niedrigen Zinsen und viel härtere Regulierungen einzustellen.
US-Banken zahlen ihren Chefs deutlich mehr
Vor allem die Gehälter der sechs amerikanischen Bankchefs legten demnach deutlich zu. Ihre Vergütungen stiegen im Schnitt um 10 Prozent, sodass sie nun etwa doppelt so viel verdienen wie die Chefs der europäischen Banken.
Die deutlich bessere Bezahlung der Bankchefs in den USA spiegelt die Tatsache wider, dass sich die Aktien der US-Banken 2015 besser entwickelten als die der europäischen Banken. Die Chefs der sechs großen US-Banken
- JPMorgan Chase,
- Goldman Sachs,
- Citi,
- Wells Fargo,
- Bank of America und
- Morgan Stanley
erhielten im vergangenen Jahr Vergütungen in Höhe von durchschnittlich 20,7 Millionen Dollar. Dazu gehören neben dem Grundgehalt auch Bonuszahlungen für ihre Leistungen sowie Pensionszuschüsse.
Europäische Banken-Chefs verdienen weniger
Zwar stiegen im vergangenen Jahr auch die Chefgehälter bei den elf untersuchten europäischen Großbanken um immerhin 9,6 Prozent. Dennoch verdienten Europas Großbankchefs im vergangenen Jahr im Schnitt lediglich 10,4 Millionen Dollar, also halb so viel wie ihre amerikanischen Kollegen.
Und dass in Europa immerhin dieser Wert erreicht wurde, liegt an den einmaligen Zahlungen an die neuen CEOs von Standard Chartered, Credit Suisse und Barclays, die für ihre Einkommensverluste in ihren vorhergehenden Jobs entschädigt wurden. Im Jahr 2014 waren die Chefgehälter bei den 20 größten Banken im Schnitt lediglich um 0,5 Prozent angestiegen.
Diese Banken zahlten die höchsten Chef-Gehälter
Am besten verdiente im vergangenen Jahr JPMorgan-Chef Jamie Dimon mit Vergütungen von insgesamt 27,6 Millionen Dollar. Dieser Gehaltserhöhung stimmten 92 Prozent der Aktionäre zu. Bevor Dimon diese Zahlungen in voller Höhe erhält, muss er in den nächsten drei Jahren allerdings noch Performance-Ziele erreichen.
Auf dem zweiten Platz lag Lloyd Blankfein, CEO von Goldman Sachs, mit insgesamt 23,4 Millionen Dollar. Das ist ein Minus von 4 Prozent. Und selbst diesem Gehalt stimmten nur 66 Prozent der Aktionäre zu. In den Jahren 2013 und 2014 war Blankfein noch die Nummer eins gewesen, verlor diese Position nun aber an JPMorgan-Chef Jamie Dimon.
Auf dem dritten Platz lag Bill Winters, der neue CEO der britischen Großbank Standard Chartered. Seine Vergütungen in Höhe von insgesamt 22,4 Millionen Dollar beinhalten allerdings eine einmalige Ausgleichszahlung in Höhe von 10 Millionen Dollar für Einkommensverluste durch seinen Jobwechsel.


