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Saudi-Arabien exekutiert 47 Menschen an einem Tag

Thomas Feldhaus

Veröffentlicht · Aktualisiert · 2 Min. Lesezeit

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Saudi-Arabien exekutiert 47 Menschen an einem Tag
Zu den Hinrichtungsmethoden zählen die Enthauptung, Erschießungskommandos sowie Steinigungen. (Screenshot)
Saudi-Arabien exekutiert 47 Menschen an einem Tag
Zu den Hinrichtungsmethoden zählen die Enthauptung, Erschießungskommandos sowie Steinigungen. (Screenshot)

Saudi-Arabien hat heute 47 Menschen hingerichtet, die nach Angaben des Innenministeriums wegen Mitgliedschaft in terroristischen Organisationen und wegen der Ausführung krimineller Verschwörungen verurteilt worden waren.

Bis auf einen Ägypter und einen Tschader waren alle Saudi-Araber. Unter anderem wurden mehrere Mitglieder des sunnitischen Terrornetzwerks al-Qaida hingerichtet, die in den Jahren 2003 und 2004 tödliche Anschläge im Königreich verübt hatten.

Zu den Hingerichteten zählt auch der prominente schiitische Geistliche Scheich Nimr al-Nimr. Dieser hatte zu den Anführern der Schiiten-Proteste während des Arabischen Frühlings im Jahr 2011 gehört. Er befürwortete die Abspaltung der mehrheitlich schiitischen Regionen Katif und al-Ihsaa im Osten des Landes.

Unterdrückung der schiitischen Minderheit

Vor einem Jahr wurde Nimr al-Nimr wegen Aufwiegelung, Ungehorsams und Waffenbesitzes von einem Sondertribunal zum Tode verurteilt. Ende Oktober wurde das Urteil vom Obersten Gerichtshof Saudi-Arabiens bestätigt. Nicht auf der Liste der Hingerichteten stand jedoch Nimrs ebenfalls zum Tode verurteilter Neffe, der bei seiner Festnahme erst 17 Jahre alt war.

Iran, das sich als Schutzmacht der Schiiten sieht, hatte die saudische Regierung in Riad vor der Hinrichtung Nimrs gewarnt. Saudi-Arabien werde für das Todesurteil gegen den Geistlichen einen „hohen Preis zahlen“, zitiert der Spiegel den iranischen Vizeaußenminister.

Die meisten der rund 2 Millionen saudi-arabischen Schiiten leben im Osten des Landes. Die schiitische Minderheit klagt seit Langem über eine religiöse und soziale Diskriminierung durch das wahhabitische Herrscherhaus.

Saudi-Arabien steht seit Jahren wegen der Verletzung von Menschenrechten in der Kritik. Dennoch wurde der saudische UN-Botschafter, Faisal Bin Hassan Trad, im September für eine Schlüsselposition im UN-Menschenrechtsrat berufen.

Die USA sind ein langjähriger Verbündeter des saudischen Königshauses und äußern sich stets nur verhalten kritisch. US-Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle Obama erhielten vom saudischen Königshaus Juwelen im Wert von rund 1,2 Millionen Dollar.

Saudi-Arabien exekutiert Ehebrecher, Ungläubige und „Hexen“

Seit der neue König Salman ibn Abd al-Aziz im Januar dieses Jahr an die Macht kam, hat er nun schon mindestens 198 Menschen hinrichten lassen. So viele Menschen hat das Land seit 20 Jahren nicht mehr exekutiert. König Salmans Vorgänger König Abdullah hatte während des gesamten Jahres 2014 nur 90 Menschen hinrichten lassen.

Zu den Hinrichtungsmethoden zählen die Enthauptung, Erschießungskommandos sowie Steinigungen. Mitunter werden die Körperteile nach der Enthauptung öffentlich ausgestellt. Im saudischen Königreich gilt eine besonders strenge Auslegung des islamischen Rechts der Scharia.

Untersuchungen der Organisation Reprieve zeigen, dass rund drei Viertel der zum Tode Verurteilten wegen nicht-gewalttätiger Vergehen hingerichtet werden, darunter Drogenvergehen, das Ablegen des Islams und politische Proteste. Aber auch Vergehen wie Ehebruch, Gotteslästerung und Hexerei können in Saudi-Arabien mit dem Tod bestraft werden.

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