Featured
Unterstützt Putin die AfD, um Merkel zu stürzen?
Veröffentlicht · Aktualisiert · 2 Min. Lesezeit

Nach Ansicht von Russland-Kenner Boris Reitschuster führt der russische Präsident Wladimir Putin einen Propagandakrieg gegen Deutschland. Im Interview mit T-Online erklärt der Experte, wie die Russen daran arbeiten, die EU zu schwächen. Geplant sei unter anderem der Sturz von Bundeskanzlerin Angela Merkel mithilfe der AfD.
„In vielen Ländern der EU unterstützt die russische Regierung nationalistische Vereinigungen, man denke etwa an den Millionenkredit, den eine russische Bank dem französischen Front National gewährt hat. […] Putin erhofft sich von diesen Nationalisten, dass sie in den jeweiligen Ländern und in der EU die Lage destabilisieren.“
Putin unterstützt die AfD
Nach Ansicht von Boris Reitschuster unterstützt die russische Führung auch die Alternative für Deutschland. Denn AfD-Politiker seien ständig in der russischen Botschaft. Zudem sei Russland in der AfD zu einem Hauptthema geworden.
Zudem gebe es Verbindungen zwischen der AfD und anderen Netzwerken, die Wladimir Putin nahestehen, sagt Boris Reitschuster. Daher wäre es ihn „eine Überraschung, wenn Putin die AfD nicht unterstützen würde“.
„Es gibt hier eine geheime Kampftruppe von Putin in Deutschland, es gibt unglaubliche Querverbindungen von rechten Netzwerken nach Moskau – bis hin zu einer sogenannten Querfront. Es gibt Tarnorganisationen von Putin, die hier für Stimmung sorgen sollen.“
„Wir haben sehr große Probleme in unserer Gesellschaft: Nach den Silvesterangriffen in Köln ist das Vertrauen in die Polizei geschwunden, das Vertrauen in die Medien ist geschwunden. Bei uns läuft viel schief und Putin nutzt das aus.“
„Putin sieht sich selbst im Abwehrkampf: Wir attackieren sein System und er verteidigt sich nur durch Angriff. Sein erstes Ziel ist nach meinen Informationen, entweder Angela Merkel entscheidend zu schwächen, oder, besser noch, aus dem Kanzleramt zu bekommen.“
Auf diese Weise gäbe es in der EU keine Mehrheit mehr für Sanktionen gegen Russland, sagt Boris Reitschuster. „Angela Merkel ist hier in vielem der Dominostein, der entscheidet, in welche Richtung die politische Mehrheit kippt – pro Sanktionen, contra Sanktionen.“
Im Kampf gegen Wladimir Putin setzt Boris Reitschuster auf Propaganda. „Was wir jetzt dringend bräuchten, das wäre ein freies russisches Fernsehen.“ Man müsse den 3 Millionen russischsprachigen Menschen in Deutschland eine Alternative bieten.


