In der Schweiz wird Kartenzahlung nur extrem selten akzeptiert. Die Schweizer lieben ihr Bargeld, und ihre Anonymität. Dagegen droht Europa ein komplett bargeldlosen Systems.

Die städtischen Gemeinden staunen nicht schlecht, wenn Anwälte und Geschäftsmänner zum jährlichen Termin der Steuererklärung erscheinen. Anstatt Online-Banking bringen die Schweizer ihr Bargeld, und bezahlen so ihre Steuern. Selbst die größten Banknoten müssen auf diese Weise in einem Koffer transportiert werden, wie auch sonst sollte man so viele Scheine mit sich führen.
Warum lieben die Schweizer ihr Bargeld?
Wenn die Schweiz für eines bekannt ist, dann ist es ihr Bankgeheimnis (und teurer Kaffee in alpengrüner Landschaft). Wir alle beneiden die Schweizer und ihr hohes Gehalt, ihnen selbst gefällt ihr Geld auch. So sehr, dass sie größtenteils auf ihre Bankkarte und Visa verzichten. Das Land hält viel von Tradition und den Menschen gefallen ihre realen Scheine und Münzen.
Man kann in der Schweiz eine sehr anonyme Identität auf den Banken pflegen. Trotzdem hat das Bargeld seine Vorteile. Niemand weiß wo es ist, woher es kommt und wie viel es tatsächlich ist.
Der Schweizer Staatsanwalt definiert Bargeld als „Eigentum und Freiheit“, schreibt Bloomberg. Er ist von der „Partei National Orientierter Schweizer“ und bestärkt die Vorteile von dem greifbaren Wohlstand, der jeden Einzelnen in der Gesellschaft stärke.
Bemängelte Sicherheitsrisiken von Bargeld werden von der schweizer Regierung mit neuem Design aus der Welt geschafft. Die neuen Banknoten haben jetzt verschärfte Sicherheitsmerkmale, die Fälschern den Kopf zerbrechen werden.
Schweizer Franken vs. europäischer Euro

Europa und der Euro hatten eine schwere Zeit. Auch die Zukunft sieht für das Überleben der (mehr oder weniger) beliebten Währung nicht gerade rosig aus. Abgesehen von den wirtschaftlichen Problemen muss der Euro auch gegen kriminellen Missbrauch kämpfen: der 500-Euroschein ist ein großes Sicherheitsrisiko und wird wahrscheinlich bald aus dem Sortiment der existierenden Scheine zurückgezogen.
Die Schweizer wollen ihre Franken allerdings so lassen, wie sie sind. Es gibt 10, 20, 50, 100, 200 und 1000 Franken-Scheine.
Deutschland, Österreich und Schweden sprechen sich allesamt für bargeldloses Bezahlen aus. Hier hat sich die Bevölkerung auch schon an die bequeme Kartenzahlung gewöhnt. In Zürich kann man hingegen selbst in teuren Edelboutiquen nur mit Bargeld bezahlen. Ist die Schweiz in der Zeit stehen geblieben? Oder vielleicht unserer lange voraus?
Mit Bargeld kann man keine Schulden machen. Außerdem wird so vermieden, dass, wer auch immer, aufschlussreiche Informationen über private Vergnügen speichert und benutzt. Es muss keiner wissen, was man im Supermarkt kauft und wie viel das Steak im Restaurant gekostet hat.
Schweiz vs. Geldwäsche
In der Schweiz wurden letztes Jahr 20 Prozent aller Einkäufe Bar gezahlt. Auch hohe Summen im Juwelier. Das ist aber nicht das einzige, worauf Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf stolz ist. Seit 2016 gibt es ein Gesetz, dass ein Limit auf anonyme Banktransaktionen setzt. Unter 100.000 Euro läuft nichts mehr.


