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Irgendjemand kauft heimlich die Schweizer Nationalbank

Thomas Feldhaus

Veröffentlicht · Aktualisiert · 2 Min. Lesezeit

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Schweizer Nationalbank
Die Schweizer Nationalbank ist anders als andere Zentralbanken.

Der Aktienkurs der Schweizer Nationalbank ist seit Juli um mehr als 60 Prozent angestiegen. Irgendjemand kauft offenbar alle verfügbaren SNB-Aktien. Doch was motiviert den Käufer, so massiv in einen der weltgrößten Hedgefonds einzusteigen?

Schweizer Nationalbank Aktienkurs
(Grafik: Yahoo!)

Die Aktie der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ist seit Juli um mehr als 60 Prozent gestiegen. Die Zentralbank selbst äußert sich traditionell nicht zum Verlauf ihrer Aktie. Massive Kursbewegungen nach oben und nach unten hat es auch in der Vergangenheit schon gegeben. Doch nie gab es einen derartigen Anstieg des Aktienkurses in so kurzer Zeit.

Die SNB zahlt traditionell 15 Franken auf ihre Aktien aus. Bei einem Kurs von aktuell 1.801 Franken liegt die Rendite also nur noch bei 0,81 Prozent, so tief wie nie zuvor in der Schweizer Geschichte. Doch das erscheint den Investoren in Zeiten von Negativzinsen offenbar akzeptabel.

Wer kauft heimlich Aktien der Schweizer Nationalbank?

Trotz der historisch niedrigen Rendite kauft irgendjemand massiv SNB-Aktien. Irgendjemand ist bereit, für jede SNB-Aktie, die auf den Markt kommt, immer höhere Preise zu zahlen. Die Handelsvolumina waren in den letzten Wochen vergleichsweise hoch. Doch es gibt keine Börsenmeldung, wonach ein großer Investor eine Meldeschwelle überschritten hätte.

Schweizer Nationalbank
Die Schweizer Nationalbank ist anders als andere Zentralbanken.

Die meisten Zentralbanken der Welt gehören den entsprechenden Regierungen. Die US-Zentralbank Federal Reserve gehört privaten Investoren, deren Namen allerdings ein Geheimnis sind. Die SNB hingegen wird an der Börse gehandelt. Die Bundesregierung der Schweiz besitzt nicht eine einzige SNB-Aktie.

Die Mehrheit der Aktien liegt bei den Schweizer Kantonen (45 Prozent) und Kantonalbanken (15 Prozent). Es ist unwahrscheinlich, dass derzeit jemand von dieser Seite Aktien in größerem Umfang zukauft. Denn bei den staatlichen Körperschaften sind die Verhältnisse seit Jahren unverändert. Der Handel findet wohl bei den privaten Investoren (40 Prozent) statt.

Der größte private Einzelaktionär der SNB ist der Deutsche Theo Siegert. Er könnte theoretisch noch viele SNB-Aktien kaufen, bis er dies wieder melden muss. Sein letzter bekannter Bestand vom Frühling beträgt 6,5 Prozent. Theo Siegert müsste mögliche Käufe erst dann melden, wenn er einen Anteil von 10 Prozent an der SNB erreicht hat.

Schweizerische Nationalbank ist ein riesiger Hedgefonds

Aktienbestände der SNB in Millionen US-Dollar
Aktienbestände der SNB in Millionen US-Dollar (Grafik: Zero Hedge)

Wer immer der geheimnisvolle Käufer von SNB-Aktien ist, übernehmen kann er die Notenbank nicht. Seit Jahren investiert die Schweizerische Nationalbank immer mehr in Aktien. Mittlerweile beträgt der Aktienanteil des 700-Milliarden-Portfolios auf 20 Prozent angestiegen.

Beispielsweise ist die SNB stärker bei Facebook investiert als dessen Gründer Mark Zuckerberg. Auch ihr Anteil an Apple, ihr größtes Aktienpaket, ist gigantisch. Überhaupt hat sich die Schweizer Nationalbank praktisch zu einem riesigen Hedgefonds entwickelt, der massiv im US-Markt investiert und die Aktienkurse in die Höhe treibt.

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