Zum Inhalt springen
FerryHouse

Featured

Franz Beckenbauer bleibt unser Held, gerade wegen WM 2006

Thomas Feldhaus

Veröffentlicht · Aktualisiert · 2 Min. Lesezeit

Teilen

Franz Beckenbauer steht im Zusammenhang mit der Vergabe der Weltmeisterschaft 2006 an Deutschland unter Druck. Doch ohne seine umstrittene Vereinbarung mit dem Langfinger Jack Warner aus Trinidad hätten wir das Sommermärchen wohl vergessen können.

Vor einem Monat legte sich ein Schatten über das Sommermärchen des Jahres 2006, als die deutsche Nationalmannschaft zuhause zwar nicht Weltmeister wurde, aber immerhin Dritter hinter Italien und Frankreich. Doch die Fans stellen sich zu Recht die Frage, ob der „Skandal“ um die WM-Vergabe nicht doch etwas übertrieben ist.

Am 16. Oktober gab der DFB bekannt, dass es in seinen Unterlagen eine Zahlung von 6,7 Millionen Euro an den Weltverband Fifa gibt, deren Zweck man sich nicht erklären kann. Am selben Abend erschien das Hamburger Magazin SPIEGEL mit der Titelgeschichte „Das zerstörte Sommermärchen“. In der Folge musste DFB-Präsident Wolfgang Niersbach zurücktreten.

Doch was sagt eigentlich Franz Beckenbauer zu der Angelegenheit, der damals Präsident des Bewerbungskomitees und danach auch oberster Organisator der Weltmeisterschaft 2006 war? Kann er aufklären, was im Vorfeld der WM-Vergabe an Deutschland im Jahre 2000 wirklich passiert ist?

Franz Beckenbauer hat der DFB-Führung schon vor Wochen angeboten, zur Aufklärung beizutragen. Er schlug ein persönliches Gespräch vor, zu dem er „jederzeit kurzfristig nach Frankfurt oder wohin auch immer“ kommen wollte, heißt es in seinem handschriftlichen Brief an die beiden Interimspräsidenten Reinhard Rauball und Rainer Koch.

Doch Reinhard Rauball und Rainer Koch haben auf das Angebot von Franz Beckenbauer offenbar überhaupt nicht reagiert. „Die haben nicht einmal geantwortet, ob sie mit mir reden wollen. Da kam nichts“, sagte Franz Beckenbauer im Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

„Wenn man sich so lange kennt, und dann kommt keine Reaktion und du bekommst alles nur im Fernsehen mitgeteilt: Ja, wo samma denn? Was ist das denn für ein Niveau?“, kritisiert der 70-Jährige die DFB-Führung.

Franz Beckenbauer steht in der Kritik wegen einer Vereinbarung mit dem früheren Vizepräsidenten des Weltverbands Fifa, dem Langfinger Jack Warner aus Trinidad. Der DFB sprach sogar von einem „möglichen Bestechungsversuch“. Auch die ominösen 6,7 Millionen Euro, deren Zweck sich der DFB nicht erklären, werden Franz Beckenbauer vorgeworfen.

Doch für die Fans ist das alles nur Gedöns. Für sie zählt: Unser Franz hat die Weltmeisterschaft 2006 mit den dafür nötigen Mitteln nach Deutschland geholt. Das war endlich wieder mal an der Zeit und noch heute denkt man in Deutschland mit Freunde an diesen unvergesslichen Sommer.

https://www.youtube.com/watch?v=xPXOxEeVAzA

Der FerryHouse-Brief

Donnerstags an Bord: was diese Woche wirklich entschieden wurde

Mit dem Absenden stimmen Sie dem Versand des Newsletters zu. Hinweise zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.