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Leipziger Investor bringt satte Farben nach Offenbach
Veröffentlicht · Aktualisiert · 4 Min. Lesezeit
Der Finanzinvestor Publity AG unter Thomas Olek hat ein Einkaufscenter in Offenbach am Main erworben. Mit der Neugestaltung der Fassade wurde Michael Fischer-Art beauftragt. Der Leipziger Künstler wird das Toys’R’Us-Gebäude mit satten Farben versehen und so den Wiedererkennungswert der Immobilie erhöhen.
Der Leipziger Finanzinvestor für Gewerbeimmobilien Publity AG unter Thomas Olek hat ein traditionsreiches Einkaufscenter in Offenbach am Main erworben. Ein Abriss des Gebäudes ist nun endgültig vom Tisch. Bis zuletzt hatte es immer wieder geheißen, dass der sanierungsbedürftige Komplex einem Neubau weichen solle.
In dem Gebäude sind zurzeit der Spielwarenmarkt Toys’R’us, ein Möbelhaus, ein Einkaufsmarkt, ein Schlüsseldienst und auf dem Dach ein Kindergarten untergebracht. Zu dem ehemaligen Massa-Center gehört auch ein achtstöckiges Parkhaus mit 786 Stellplätzen.
Publity ist seit über 16 Jahren in der Immobilienbranche tätig und hat nach Angaben des Unternehmens schon mehr als 520 Immobilien gewinnbringend verkauft. Das Unternehmen erwirbt renditestarke Gewerbeobjekte vor allem in deutschen Ballungszentren wie Frankfurt am Main oder München.
Das Toys’R’Us-Gebäude soll satte Farben bekommen
„Das Center soll revitalisiert werden“, sagt eine Pressesprecherin der Publity AG. Das Unternehmen hat den bekannten Leipziger Künstler Michael Fischer-Art beauftragt, die Sichtbeton-Fassade des Gebäudes künstlerisch zu gestalten. Dieser hat auch einen persönlichen Bezug zu Offenbach. Denn sein Bruder arbeitet seit vielen Jahren als Feuerwehrmann in Frankfurt und Offenbach.
Der Maler und Bildhauer Michael Fischer-Art bezeichnet seine Arbeit als dem „marktwirtschaftlichen Realismus“ zugehörig. In seiner Bildsprache bedient er sich satter Farben, großer Flächen mit einfachen Strukturen und comicartigen „Muppets“. Daduch entsteht ein hoher Wiedererkennungswert.
Stadtplanungsdezernent Horst Schneider hofft, dass die Fassadenneugestaltung nicht ganz so grell ausfällt, wie derzeit geplant: „Der erste Entwurf begeistert mich nicht unbedingt, aber ich gehe davon aus, dass die endgültige Umsetzung in enger Abstimmung mit der Stadt geschieht“, zitiert ihn die Offenbach-Post.
Die wechselhafte Geschichte des Toys’R’us-Gebäudes
Die Immobilie wurde im Jahr 1971 von dem Offenbacher Bauunternehmer Karl-Heinz Reese für den Elektrohändler Bieberhaus errichtet. Nach Reeses Konkurs zwölf Jahre später übernahm Karl-Heinz Kipp das Gebäude und eröffnete darin einen Massa-Lebensmittelsupermarkt. Von den Erben des Massa-Gründers Karl-Heinz Kipp hat Publity die Immobilie nun gekauft.
Nach der Schließung des Massa-Markts zogen vor 18 Jahren zwei neue Hauptmieter ein. Auf zwei Etagen eröffnete eine Filiale des Spielwarenhändlers Toys’R’us. Und damals ebenfalls auf zwei Etagen eröffnete eine Quelle-Filiale. Seit dem Jahr 1994 betreibt der Internationale Bund einen Kindergarten auf dem Dach des Gebäudes.
Was plant die Publity AG für das Toys’R’us-Gebäude?
„Dieser Kauf eines nicht typischen Gewerbeobjekts der Publity AG in belebter Innenstadtlage schafft Möglichkeiten für eine erfolgreiche und langjährige Nutzung des Objektes“, zitiert die Frankfurter Rundschau den Vorstandsvorsitzenden der Publity AG, Thomas Olek.
Das Parkhaus soll bestehen bleiben. Nach aktuellem Stand laufen alle Mietverträge zum Ende des Jahres aus. In zwei der verbliebenen Läden herrscht deshalb schon Räumungsverkauf. Auch der jetzige Hauptmieter Toys’R’us muss zum Jahresende schließen, hat aber Interesse an eine Rückkehr bekundet.
Das Gebäude muss dringend saniert werden. Nicht nur das Parkhaus ist bisher dreckig und düster. Auch das Innere des Einkaufscenters hat schon bessere Tage gesehen. So hat etwa im ersten Stockwerk der Fußboden des Verbindungsgangs zwischen Toys’R’us und dem Möbelgeschäft einen großen Riss. Auch das Rohrsystem und die Technik müssen saniert werden.
Seit Jahren hat der Kindergarten den kläglichen Zustand der Leitungen bemängelt. „Vom Vermieter haben wir uns schon mehr erwartet“, zitiert die Frankfurter Rundschau Rita Waterstradt, Geschäftsführerin des Internationalen Bundes. Doch geschehen sei in den letzten Jahren fast nichts. Auch der Kindergarten wird zum Jahresende ausziehen und sucht derzeit eine neue Bleibe.
Warum kauft Thomas Olek das Toys’R’us-Gebäude?
Die Publity AG unter Tomas Olek ist bereits seit 2014 in Offenbach vertreten, und zwar an noch prominenterer Stelle. Die Leipziger kauften im vergangenen Jahr den 140 Meter hohen City-Tower und vermarkten ihn als „Landmark-Immobilie“. Gespräche mit potenziellen Großmietern werden bereits geführt.
„Wir sind sicher, nach Durchführung der notwendigen Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe, eine erfolgreiche Vollvermietung zu erreichen und für unsere Investoren eine weitere Erfolgsstory zu schreiben“, sagte Thomas Olek im Hinblick auf den City-Tower.
Die Vermarktung des City-Tower könnte erklären, warum sich Thomas Olek nun auch für das benachbarte Toys’R’us-Gebäude interessiert. Denn dessen achtstöckiges Parkhaus mit 786 Stellplätzen ist mit Sicherheit ein gutes Argument in Verhandlungen mit überregionalen Konzernen.


