Das dubiose Geld-Anlagemodell des Volker Tabaczek

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Der gebürtige Thüringer und Ex-Radsportler Volker Tabaczek wurde bereits 2007 wegen Kreditbetrugs verurteilt. Nun soll er mit seiner Mount Whitney Group rund 40 Privatanleger um ihr Geld gebracht haben. Es geht um rund 5 Millionen Euro.

Volker Tabaczek Mount Whitney Group
Volker Tabaczek, Geschäftsführer der Mount Whitney Group, wird erneut Anlagebetrug vorgeworfen. (Screenshot: MDR)

Normalerweise holt der Sichersteller Mario Hoffie im Auftrag großer Banken und Leasingfirmen nicht bezahlte Autos oder Baumaschinen zurück. Doch in diesem Fall hat er im Auftrag von privaten Anlegern versucht, Gelder aus Anlagegeschäften von Volker Tabaczek und seiner Mount Whitney Group wieder zurückzuholen.

„Wir vertreten 22 Anleger“, sagt Mario Hoffie dem MDR. Diese Anleger haben zwischen 25.000 und 100.000 Euro angelegt. Es seien keine typischen Investoren. „Das sind eher die kleinen Leute“, sagt der Sichersteller. Die meisten von ihnen kommen aus Brandenburg und auch Sachsen.

Was Volker Tabaczek versprach

Volker Tabaczek und seine Männer hatten Dutzende private Anleger geworben. Sie versprachen lukrative Kapitalanlagegeschäfte. Die Anlegergelder sollten sicher in Luxusimmobilien oder in sogenannte Private-Placement-Programme investiert werden. So sollten die Anleger ganz groß in Geschäfte einsteigen können, die sonst den Banken vorbehalten sind.

Volker Tabaczek trat dabei als General Manager der Mount Whitney Group mit Sitz in Las Vegas auf. Nach Recherchen des MDR soll die Firmengruppe im Verlauf der letzten vier Jahre circa fünf Millionen Euro von gutgläubigen Anlegern eingesammelt haben. Einer der Anleger ist Herr E. aus der Nähe von Leipzig.

Über Volker Tabaczek sagt der Anleger: „Er hat mehrfach sehr interessante Veranstaltungen sehr hochprofessionell aufgezogen, wo er sehr plausibel sein System erklärt hat und seine Möglichkeiten. Er hat mich mehrfach besucht. Und das hat mich dann am Ende überzeugt.“

Das Geld war einfach weg

Herr E. investierte selbst 15.000 Euro. Zudem war er so begeistert, dass er neun weitere Anleger geworben hat. Das bereut er heute zutiefst. Denn eine Kapitalvermehrung fand nie statt. Und auch das eingesetzte Geld hat der Anleger nie wieder gesehen. Dank solcher Vermittler hat das System des Volker Tabaczek über Jahre funktioniert.

Volker Tabaczek wollte sich gegenüber dem MDR nicht zu den Vorwürfen äußern. Er teilte lediglich mit, dass er das Opfer einer „weltweiten Verleumdungskampagne“. Die Staatsanwaltschaft in Berlin ermittelt bereits seit zwei Jahren gegen Volker Tabaczek.

„Wir ermitteln aufgrund von fünf Strafanzeigen. Wir gehen derzeit von mindestens 39 Geschädigten aus“, sagt Martin Steltner, Sprecher der Staatsanwaltschaft Berlin. Allerdings gestalten sich die Ermittlungen „ziemlich aufwändig und ziemlich langwierig“.

Für die schwierigen Ermittlungen gebe es mehrere Gründe. „Wir haben undurchsichtige Geldflüsse, die wir aufklären müssen, wir haben teilweise die Beteiligung von ausländischen, auch Briefkastengesellschaften. Und die Geschäftsunterlagen sind nicht vollständig vorhanden.“

Wer ist Volker Tabaczek?

Der gebürtige Thüringer und Ex-Radsportler wurde bereits im Jahr 2007 wegen Kreditbetrugs auf Bewährung verurteilt. Seit Jahren tritt er als Manager verschiedener Firmen mit Sitz in den USA auf. Dem Ostseebad Kühlungsborn versprach er Ende letzten Jahres die Errichtung einer gigantischen Seebrücke.

„500 Meter wäre die lang gewesen“, sagt der Bürgermeister von Kühlungsborn Rainer Karl. Das Projekt des Volker Tabaczek mit dem Namen „Paradise Island“ inklusive Unterwasserrestaurant war das Thema im Ort. Die Kosten sollten rund 50 Millionen Euro betragen.

Doch jetzt sind in Kühlungsborn Warnungen von geprellten Anlegern eingegangen. Jetzt ahnt man, dass der angebliche Gönner möglicherweise nur ein Aushängeschild für seine Geschäfte brauchte. Denn plötzlich ist er nicht mehr da. „Seit einem Jahr habe ich ihn nicht mehr gesehen und gehört, und auch kein Schriftverkehr“, sagt der Bürgermeister.

5 KOMMENTARE

  1. Es war einmal … mit Volker Tabaczek

    Volker Tabaczek erläuterte im Februar 2013 in Berlin sein Geld-Vermehrungsprogramm. Er gab an, im Auftrag US-amerikanischer Anteilseigener der Mount Whitney Group zum Geschäftsführer – General Manager – gemacht worden zu sein. Inzwischen ist bekannt, dass es keine Anteilseigner ausser Volker Tabaczek gibt. Die Mount Whitney Group ist ein Briefkastenkonzern, genauso wie schon zuvor die US Financial Group und die Royal Management Group (Royal Group). In all diesen „Unternehmen“ hat Volker Tabaczek verbrannte Erde hinterlassen und Dutzende von Opfern haben ihr Geld nie wiedergesehen.

    Zusammen mit seinen „Partnern“ Michael Rudolf, seiner Ehefrau Sofie Schützeichel, seiner persönlichen Assistentin Patrycia Ryfa und seinem Geldbeschaffer Marco Pollex, alle aus Berlin, ging er auf Raubzug. Mithilfe seines US Anwalts, Mr. Chaz Rainey, der all seine Briefkastenfirmen verwaltet, und seinem „Banker“, Kurt Brackob, alias Kurt Treptow, einem vorbestraften Sexualstraftäter, schaffte er die erschwindelten Geldbeträge auf ein Konto der Wells Fargo Bank in Las Vegas.

    Von dort wurde das Geld in ein unabänderliches Testament, einen Trust, verschoben, um den Gläubigern den Zugriff zu nehmen. Inzwischen wird u.a. in Berlin gegen ihn ermittelt unter den Aktenzeichen 244 Js 1768/14 sowie 91 M 615/11. Geschädigte werden aufgefordert, sich unter Nennung dieses AZ an das LKA Berlin oder die Staatsanwaltschaft zu wenden. In den USA ermittelt das FBI aufgrund mehrerer Anzeigen ebenfalls gegen ihn. Die Einreise in die USA ist ihm nicht mehr gestattet.

  2. Ich weis nicht wer James C. Cornerman ist. Herr Michael Rudolf ist nicht der „Partner“ des Herrn Tabaczek´s, aber auch nicht der eines gewissen Herrn Schulte. Herr Rudolf ist ebenso betrogen worden wie viele andere.

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