Teuerster Diamant der Welt gehört jetzt einer 7-Jährigen

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Der Unternehmer Joseph Lau einen Diamanten für 48,4 Millionen Dollar ersteigert, der nun als teuerster Diamant der Welt gilt. Nach seiner Tochter hat er den Stein in „Blue Moon of Josephine“ umbenannt. Zuvor hatte er ihr für 28,5 Millionen Dollar einen rosafarbenen Diamanten gekauft und ihn „Sweet Josephine“ genannt.

Am Mittwoch ersteigerte Joseph Lau aus Hongkong den teuersten Diamanten der Welt. Der Immobilienmagnat aus Hongkong steigerte per Telefon mit. Das hart umkämpfte Bieten dauerte acht Minuten. Dann fiel der letzte Hammer in Genf bei 48,4 Millionen Dollar.

Teuerster Diamant der Welt ist blau

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Der „Blue Moon of Josephine“ bricht den Rekord als teuerster Diamant der Welt. (Screenshot: Sotheby’s)

Der blaue Diamant von 12,03 Karat wurde im Januar 2014 in Südafrika gefunden und war bisher unter dem Namen „Blue Moon“ bekannt. Doch nach dem Kauf hat Joseph Lau den Diamanten sofort nach seiner siebenjährigen Tochter in „Blue Moon of Josephine“ umbenannt.

Der Verkauf des blauen Diamanten hat gleich mehrere Rekorde gebrochen, zitiert der britische Guardian David Bennett, den Chef der internationalen Schmuckabteilung von Sotheby’s, darunter den Rekord als teuerster Diamant der Welt.

Den bisherigen Weltrekord hatte der rosafarbene Diamant „Graff Pink“ von 24,78 Karat gehalten, der im November 2010 vom Auktionshaus Sotheby’s für 46,2 Millionen Dollar verkauft worden war.

Doch der „Blue Moon of Josephine“ ist nicht nur teuerster Diamant der Welt, sondern auch das teuerste jemals versteigerte Schmuckstück. Zudem weist er den höchsten Preis relativ zur Größe auf, also pro Karat.

„Sweet Josephine“ und „Star of Josephine“

Erst einen Tag zuvor hatte Joseph Lau beim konkurrierenden Auktionshaus Christie’s einen rosafarbenen Diamanten für 28,5 Millionen Dollar ersteigert, den er ebenfalls nach seiner Tochter in „Sweet Josephine“ umbenannte.

Der in einen Ring gefasste Diamant von16,08 Karat liegt wie auch „Blue Moon of Josephine“ im sogenannten Cushion-Schliff vor. Diese Bezeichnung kommt daher, dass der rechteckige Schliff mit den abgerundeten Ecken an ein Kissen erinnert (englisch cushion). Zuvor war der Diamant 15 Jahre lang im Besitz einer amerikanischen Familie gewesen.

Der „Blue Moon“ und der rosafarbene „Sweet Josephine“ waren nicht das erste Mal, dass der 64-jährige Joseph Lau seiner Tochter teuren Schmuck kauft. Bereits im Jahr 2009 kaufte er ihr schon einmal einen blauen Diamanten für 9,5 Millionen Dollar, den er „Star of Josephine“ nannte.

Warum sind farbige Diamanten so teuer?

Farbige Diamanten sind bei Sammlern sehr begehrt, denn sie sind sehr selten. „Allgemein geht man davon aus, dass auf mehr als 10.000 farblose Diamanten nur ein wertvoller farbiger Diamant gefunden wird“, sagt Dr. Antje Krey, Geschäftsführerin der Pretagus GmbH, die im Diamantengeschäft tätig ist.

Die Farbigkeit im Diamanten werde durch zusätzliche Mineralien, chemische Elemente oder Defekte im Kristallgitter von Diamanten hervorgerufen, sagt Antje Krey. „Farbige Diamanten sind damit eine besonders schöne und sehr seltene Laune der Natur.“

Aus diesem Grund erzielen besonders schöne farbige Diamanten mit hoher Farbintensität auf Auktionen sehr hohe Preise, die deutlich über den Preisen für farblose Diamanten liegen. Besonders rar und damit kostbar sind rote, grüne, blaue und auch rosafarbene Diamanten, so die Pretagus-Chefin Antje Krey.

Über den Wert farbiger Diamanten entscheiden neben der Grundfarbe des Steines (kanariengelb, braun, blau, grün, pink, rot und schwarz) auch sein Gewicht und vor allem die Farbintensität oder Farbsättigung.

Die Bestimmung der Farbintensität erfolgt in Abstufungen von schwach (faint) bis klar, lebhaft (fancy vivid). Diamanten mit hoher Farbintensität sind im Allgemeinen wertvoller als schwach gefärbte Diamanten. Und genau hier liegt laut Antje Krey von der Pretagus GmbH ein Problem:

„Um die Farbintensität bei Diamanten zu erhöhen werden teilweise technische Verfahren eingesetzt. Für eine fundierte Werteinschätzung ist es daher immens wichtig entsprechende Expertisen einzuholen um auszuschließen, dass die Diamanten technisch verändert wurden.“

Auch farblose Diamanten werden immer teurer

„Gegenüber farbigen Diamanten haben farblose Diamanten den Vorteil, dass sie besser und schneller handelbar sind“, sagt Antje Krey. Rund 95 Prozent aller in der Schmuckindustrie verarbeiteten Diamanten seien farblose Diamanten im Brillantschliff.

„Die stetige Nachfrage und die generell bessere Verfügbarkeit bei diesen Diamanten erleichtern sowohl den Kauf als auch den Verkauf im Vergleich zu den seltenen farbigen Diamanten. Bei den farbigen Diamanten sind zudem auch Modeströmungen zu beobachten, einige Jahre stehen gelbe Steine ganz hoch im Kurs, dann wieder pinke oder blaue.“

Der Kauf von kostbaren farbigen Diamanten bleibe wegen der hohen Preise meist Sammlern und Kunstliebhabern vorbehalten, sagt Antje Krey. Wer nicht auf großen Auktionen mehrere Millionen in einen Diamanten investieren wolle, für den seien farblose Diamanten hoher Qualität die bessere Wahl.

Diamanten im Brillant-Schliff mit 1 Karat Gewicht von bester Farbe, Reinheit und Schliffausführungen sind derzeit für 20.000 bis 24.000 Euro zu haben, so die Pretagus-Chefin. „Wer so einen Stein vor zehn Jahren gekauft hat, kann sich heute über circa 50 Prozent Wertsteigerung freuen.“

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