Noam Chomsky: Europa beugt sich in allem den USA

10

Nach Ansicht des berühmten linken Intellektuellen Noam Chomsky unterwerfen sich die europäischen Eliten in allen wichtigen Fragen dem Willen der US-Regierung. Das sei ein „Zeichen echter Feigheit“.

Noam Chomsky Europa USA
Die europäischen Eliten unterwerfen sich dem Herrn in Washington, sagt der berühmte amerikanische Intellektuelle Noam Chomsky. (Screenshot: YouTube/acTVism Munich)

Die USA verfügen über rund 800 Militärbasen in anderen Staaten. Mehr als siebzig Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg haben die Amerikaner nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums noch immer 174 Standorte in Deutschland mit 44.660 Soldaten.

Laut Pentagon sind in Europa mehr als 80.000 US-Soldaten stationiert. Im kommenden Jahr sollen weitere 3.000 bis 5.000 Soldaten dazukommen, „um die Länder in der Abwehr des russischen Einflusses zu unterstützen“, sagte US-Verteidigungsminister Ashton Carter im Februar.

Noam Chomsky über die USA und Europa

Der emeritierte Professor Noam Chomsky (87), einer der weltweit bekanntesten linken Intellektuellen, erklärte kürzlich den übermächtigen Einfluss der USA auf Europa im Interview mit dem Nachrichtenmagazin AcTVism so:

„Wenn man zurückgeht in die frühen 50-er-Jahre, da gab es immer die Sorge, dass Europa sich in Richtung Unabhängigkeit von der US-Macht entwickelt. Europa könnte werden, was man damals eine ‚dritte Kraft in den internationalen Angelegenheiten nannte. Die dominante Kraft waren die USA, die zweite Kraft war neue Supermacht … die Sowjetunion.“

„Eine der Funktionen der Nato bestand nach allgemeinem Verständnis darin sicherzustellen, dass Europa unter der US-Schirmherrschaft bleibt und sich nicht in eine unabhängige Richtung entwickelt.“

Der Fall Edward Snowden

Als ein aktuelles Beispiel für das Nachgeben der europäischen Saaten gegenüber den Interessen der USA nennt Noam Chomsky den Fall Edward Snowden. Als die USA nach dem Whistleblower suchten, konnten sie sich auf europäische Hilfe verlassen.

Ein Flugzeug mit dem bolivianischen Präsidenten an Bord wurde zunächst nicht in den europäischen Luftraum gelassen, obwohl dem Präsidenten eigentlich diplomatische Immunität zustand.

Schließlich durfte das Flugzeug dann doch noch in Österreich landen, wo jedoch eine Polizei-Razzia auf den bolivianischen Präsidenten wartete. Dieses beispiellose Vorgehen kam auf Betreiben der US-Regierung zustande.

„Es ist ein Zeichen echter Feigheit vor der Macht, er die europäischen Eliten sich nicht entgegenstellen wollen, ein Zeichen von Unterwerfung und von einem echten Mangel an Würde und Integrität, meiner Meinung nach.“

Wie der Herr in Washington es will

Noam Chomsky weist darauf hin, dass vier Länder Lateinamerikas Snowden Asyl angeboten haben, aber nicht ein einziges europäisches Land. „Sie wollen ihn nicht einmal auf ihr Staatsgebiet einreisen lassen. Warum? Weil der Herr in Washington ihnen sagt: ‚Wir wollen das nicht.’“

Zudem erinnert Chomsky daran, dass Edward Snowden nicht nur seinem Land einen „patriotischen Dienst“ erwiesen hat, sondern allen Ländern der Welt. Denn Snowden hat öffentlich gemacht, das Ausmaß der amerikanischen Überwachung im eigenen Land und im Ausland.

„Er hat gemacht, was richtig war“, sagt Chomsky. „Das ist die Pflicht eines anständigen Bürgers.“ Hier das sehr sehenswerte Interview in voller Länge, worin es zum Beispiel auch um die Abhörung der deutschen Bürger und von Bundeskanzlerin Angela Merkel geht:

10 KOMMENTARE

  1. Die USA unternimmt gerade alles, um den 3. Weltkrieg im Gang zu bekommen. Da Deutschland immer noch „besetzt“ ist kriecht Merkel den Amis in den A……

  2. Chomsky hat recht. Es ist geradezu peinlich, wie Mainstreammedien und etablierte Politiker gehorsam gegenüber den Hinterwäldlern aus den USA sind. Vorneweg die Kanzlerin. Michael Kiesen, Autor u.a. Roman „Hollywood Boulevard“

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here