Japan: Große Kartoffelchip-Krise führt zu Hamsterkäufen

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Japan: Die Kartoffelchip-Krise ließ die Nachfrage und Preise für Chips in die Höhe schnellen. Selbst bei einem sechsfachen Verkaufswert sind die Regale im Supermarkt leer gefegt. Wie sich herausstellte, hat die Süßigkeitenfirma Calbee Inc. die Produktion von ihren so sehr beliebten Kartoffelchips eingestellt.

Japanische Kartoffelchip-Krise führt zu Hamsterkäufen (Foto: chinnian)
Japanische Kartoffelchip-Krise führt zu Hamsterkäufen (Foto: chinnian)

Kartoffelchip-Krise in Japan

So viel Gewinn hat Calbee wahrscheinlich noch nie pro Packung gemacht. Eine Packung der nach Pizza schmeckenden Kartoffelchips ging für 1,250 Yen (10,83 Euro) über die Ladentheke. Normalerweise kostet eine Packung gerade einmal 200 Yen (1,73 Euro). Fotos von leeren Regalen in lokalen Supermärkten beweisen die absurde Kartoffelchip-Krise in Japan.

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Die Situation eskalierte am Montag, als Calbee gewarnt hatte, den Verkauf von 15 Kartoffelchip-Produkten einzustellen. Laut dem Statement der Firma sei eine schlechte Ernte in Hokkaido dafür verantwortlich. Letztes Jahr wurde die Nordinsel, welche für den Großteil der Kartoffellieferungen zuständig ist, von unzähligen Tsunamis heimgesucht. Daraufhin gingen alle in den Supermarkt, um sich einer der vielleicht letzten Packungen auf dem Markt zu sichern.

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Calbee hat einen Marktwert von 507,9 Milliarden Yen (etwa 4,4 Milliarden Euro), gehört zu 20 Prozent PepsiCo Inc. und kontrolliert 73 Prozent Marktanteil in seiner Industrie. Die Japaner lieben ihre Calbees so sehr, dass sich sogar zweistündige TV-Shows zur Primetime mit ihnen befassen, schreibt Bloomberg.

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Tusunamis in Hokkaido

Mit einer zerstörten Landwirtschaft schafft es Hokkaido nicht mehr länger den Bedarf zu decken. Der Engpass wird aber nicht nur Kartoffelchips betreffen, sondern auch Fastfoodketten und Restaurants, die auf Kartoffeln angewiesen sind.

Inzwischen laufen die Chefetagen von Calbee auf Hochtouren. Man überlegt auf Importe aus den USA auszuweichen, so ein Sprecher der Firma. Andere Kartoffelproduzenten aus dem Süden Japans werden um eine verfrühte Ernte gebeten.

Auch der kleine Kartoffelchip-Konkurrent Koike-ya Inc. hat die Produktion seiner neun Produkte eingestellt. Auch Koike-ya verwendet ausschließlich nationale Kartoffeln, muss deshalb genau wie Calbee nach Alternative Ausschau halten.

Alle hoffen, die Firma, aber vor allem ihre Kunden, auf eine baldige Lösung für die angehaltene Produktion. Der Engpass der Kartoffelchips erinnert die Leute in Japan daran, wie sehr sie die Produkte von Calbee eigentlich lieben.

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