Hongkong bietet echtes Bankgeheimnis auch für Deutsche

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Mit über 170 Banken ist Hongkong die führende Finanzmetropole in Asien. Die Banken sind dort gesetzlich verpflichtet, ein echtes Bankgeheimnis zu wahren.

Hongkong bietet echtes Bankgeheimnis auch für Deutsche
Diese Stadt bietet auch für Deutsche ein echtes Bankgeheimnis. (Foto: Mike Behnken)

Mit über 170 Banken ist Hongkong die führende Finanzmetropole in Südostasien. Die Banken sind dort gesetzlich verpflichtet, alle Kundendaten geheim zu halten. Zudem existieren keine Beschränkungen für die Ein- oder Ausfuhr von Zahlungsmitteln jeder Währung. Einziger Schwachpunkt Hongkongs ist die chinesische Verwaltung.

Als China am 1. Juli 1997 Hongkong von England zurückbekam, verpflichtete sich China, an dem Sonderstatus von Hongkong für 50 Jahre nichts zu ändern, also bis zum 1. Juli 2047. Das Bankgeheimnis in Hongkong bleibt also noch mindestens drei Jahrzehnte lang sicher.

Hongkong ist mit über 170 Banken die führende Finanzmetropole in Südostasien. Jede Bank, die international etwas auf sich hält, ist hier vertreten. Man findet alle weltweit bedeutenden Finanzinstitute vor. Natürlich ist auch die erste Reihe deutscher Bankhäuser komplett vertreten. Die Kommunikation zwischen einzelnen Banken läuft reibungslos. Über allem wacht die Hong Kong Monetary Authority.

Ein Unterschied zu Macao, das historisch einen ähnlichen Lebenslauf hat, ist, dass in Hongkong als ehemaliger britischer Kronkolonie Common Law gilt. Das findet in allen Bereichen zur gesetzlichen Regelung des Bankwesens fruchtbaren Niederschlag.

Echtes Bankgeheimnis per Gesetz

In Hongkong-Banken gilt ein echtes Bankgeheimnis, ein absoluter Schutz der Vertraulichkeit. Banken sowie Bankangestellte sind gesetzlich verpflichtet, alle Kundendaten mit strengster Geheimhaltung zu behandeln. Daneben existieren keinerlei Devisenbeschränkungen. Die Ein- sowie Ausfuhr von Zahlungsmitteln jeder Währung ist unbeschränkt gewährleistet.

Einziger Schwachpunkt Hongkongs ist und bleibt die chinesische Verwaltung. Aber Hongkong hat sich um internationalen Druck hinsichtlich seines Steueroasen-Status noch nie geschert. Chinesische Maßnahmen sind diesbezüglich kaum zu befürchten, da sich die Volksrepublik in dieser Beziehung immer hinter der auferlegten Neutralität verstecken kann.

Unkalkulierbar bleibt leider das zukünftige Verhalten Chinas. Sollte es selbst einmal unter Druck geraten, weiß man nie gewiss, was sich die kommunistische Regierung einfallen lassen wird – Verträge hin oder her. Es sieht jedoch so aus, dass schon sehr gewaltige Umwälzungen stattfinden müssten, bevor sich die Chinesen am Status von Hongkong vergreifen würden.

Viele zweifelten daran, dass das chinesische Versprechen „One Country, Two Systems“ lange halten würde. So gesehen, kam die Asienkrise in 1997/98 punktgenau, um Chinas Versprechen, Hongkong für 50 Jahre unangetastet zu lassen, bis ins Extreme zu testen. Hongkong und China überstanden die Feuertaufe mit Bravour.

Wichtig: Der Hongkong-Dollar hielt allen Attacken stand und ist nach wie vor fest an den US-Dollar gebunden. Unter anderem deshalb, weil Peking den USA damals drohte, seine eigenen Dollar-Reserven zur Stützung des Hongkong-Dollars einzusetzen. Allgemein gilt das als Beweis für den guten Willen Chinas.

Heute lässt sich konstatieren, dass ein Währungsverfall ausgeblieben ist und es auch nicht zu der allseits gefürchteten Kapitalflucht kam. Mit anderen Worten: In Hongkong hat sich praktisch seit der Übernahme nichts verändert. Und das wird wohl auch so bleiben. Denn die Chinesen wissen, dass Hongkong international das Symbol für chinesische Vertragstreue darstellen.

In sechs Tagen hat man in Hongkong eine Scheinfirma

Sechs Tage dauert es in Hongkong im Schnitt, um ein Unternehmen zu gründen. Das sind vier Wochen weniger als im weltweiten Mittel, das bei 35 Tagen liegt. Dabei müssen sich die Gründer um den Papierkram mit den Behörden nicht einmal selbst kümmern. Steuerberater und Anwälte helfen ihnen für umgerechnet 300 Euro.

Zusammen mit niedrigen Steuern und klaren Eigentumsrechten sichert die effiziente Bürokratie der ehemaligen britischen Kronkolonie regelmäßig Spitzenplätze in Rankings wie dem Doing-Business-Report der Weltbank.

Ein Bankgeheimnis, das jedem Druck standhält, bekommt man über ein anonymes Konto bei einer chinesischen Bank in Hongkong. Für die Einrichtung benötigt man eine Kopie eines Reisepasses, die nicht notariell beglaubigt sein muss, und eine aktuelle Energierechnung (weniger als drei Monate alt). Das war es schon. Den Rest erledigen Agenten vor Ort.

Das Ganze hat lediglich einen Haken: Als Ausländer ohne Hongkong-Adresse darf man gar kein Konto in Hongkong eröffnen. Daher benötigt man eine Hongkong-Unternehmung. Aber auch das ist möglich. Entsprechende Dienstleister bieten diesen Service für einen kleinen vierstelligen Betrag.

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