EU-Gegner in Frankreich stärker als in Großbritannien

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Die Ablehnung der EU ist bei den Franzosen deutlich stärker als bei den Briten. Die Forderung nach einem Frexit wird ein entscheidendes Wahlkampfthema bei der Präsidentenwahl im kommenden Jahr.

Frexit Frankreich Totengräber der EU
Frankreich könnte zum Totengräber der EU werden. (Fotolizenz: Public Domain)

Die Gründung der EU vor einem halben Jahrhundert geht vor allem auf zwei Franzosen zurück: auf Jean Monnet und Robert Schuman. Doch nach dem knappen Sieg der EU-Gegner in Großbritannien stehen nun auch die Franzosen vor einer schicksalhaften Entscheidung. Sollen sie zusammen mit Deutschland das EU-Projekt retten oder Großbritannien nachfolgen?

Derzeit ist es wahrscheinlicher, dass auch Frankreich sich in naher Zukunft aus der EU zurückzieht und somit zum Totengräber der Union wird. Im Mai 2017 wählen die Franzosen einen neuen Präsidenten. Das Land steht vor einem harten Wahlkampf. Die Kandidaten werden die EU dabei mit Sicherheit zu einem ihrer Hauptthemen machen.

Mehrheit der Franzosen gegen die EU

Kürzlich hat das Pew Research Center Daten über die Einstellung der Europäer zur EU erhoben. Danach betrachten 61 Prozent der Franzosen die EU als negativ und nur 38 Prozent sehen sie als positiv. Das sind weniger als in Großbritannien, wo laut Umfrage immerhin 44 Prozent die EU positiv betrachten. In Deutschland sind es 50 Prozent.

Zudem sagten 60 Prozent der Franzosen, dass ihre Regierung sich auf die Probleme im eigenen Land konzentrieren sollte, anstatt anderen Ländern zu helfen. Und 66 Prozent sagen, dass die EU sie wirtschaftlich enttäuscht habe. Frankreichs Elite steht nun vor der Frage, ob sie das Volk über eine Fortsetzung der Mitgliedschaft in der EU abstimmen lässt.

Frexit Frankreich EU
Nur 38 Prozent der Franzosen betrachten die EU positiv – weniger als in Großbritannien. (Grafik: Pew Research Center)

Volksabstimmung über einen Frexit

Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen vom rechten Front National (FN) hat den Briten dazu gratuliert, dass sie für ihre „Unabhängigkeit“ gestimmt haben. Sie will das Gleiche für die Franzosen erreichen. Seit Jahren ist sie eine scharfe Gegnerin der EU.

Auch der linke Front de Gauche (FG) wird sich für einen Austritt aus der EU einsetzen. Der FG hat starke Verbindungen zu den Gewerkschaften, die derzeit die oftmals gewalttätigen Streiks gegen die Arbeitsmarktreformen anführen.

Jean-Luc Mélenchon, früherer Sozialist und jetzt einer der FG-Anführer, will bei der Präsidentenwahl im kommenden Jahr auf eine eurokritischen Plattform antreten. Er sagte, der Brexit sei „vor allem ein Versagen der deutschen Regierung, des Kapitalismus und der fortlaufend unterwürfigen französischen Regierungen“.

Doch mit dem früheren Europaminister Bruno Le Maire von den Republikanern hat sich bereits im Mai auch ein erster Mainstream-Politiker für ein Referendum über einen Verbleib Frankreichs in der EU ausgesprochen.

„Europa bringt uns nicht mehr zum Träumen“, schrieb Bruno Le Maire in Le Monde. Frankreich müsse die „Wunden heilen“, die vom Referendum im Jahr 2005 zurückgeblieben sind. Damals stimmten 55 Prozent der Franzosen gegen die EU-Verfassung. Doch ihr Votum wurde schlicht ignoriert.

Auch heute herrscht in Frankreich eine tiefe Skepsis im Hinblick auf die EU und auf die Eliten im eigenen Land. Würde man das französische Volk abstimmen lassen, ist ein Frexit sehr wahrscheinlich. Denn die Ablehnung der EU ist in Frankreich stärker als in Großbritannien.

Die Unzufriedenheit der Franzosen mit ihrer wirtschaftlichen Lage ist seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 stark gewachsen. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit offiziell bei 10 Prozent. In der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen haben sogar mehr als 50 Prozent keinen Job.

73 KOMMENTARE

  1. Die Franzosen sehen was passieren soll ,und hier schläft man!!!!! Nix sehn ,nix hören ,nix wissen , egal wenn es knallt ,,,,kein Ding ,,hier stirbt man freiwillig !!!! So Standard : wir können es eh nicht ändern, ,WACH WERDEN, ,,,DIKTATUR steht schon draußen! !!!!!!!!

    • meine Fresse es gab auch ein Leben vor der EU und was soll ich sagen , es war besser und mit dem Euro kam der Todesstoß, nur die schon reichlich Zaster hatten den ging es von Jahr zu Jahr besser. und diese ganzen Überbezahlten Deppen in Brüssel brauchen wir nun wirklich nicht, das sind alles solche die nie richtig was auf die Reihe bekommen haben, die haben Sie dann nach Brüssel geschickt und da kommen sie auf die blödesten Ideen …..naja irgenwie muss das Steuergeld der Bürger ja verpulvert werden.

    • Produziert wird genauso mit oder ohne EU!Im Gegenteil,eine starke DMark würde den Binnenmarkt und somit den Mittelstand stärken,die Kaufkraft mit Euro und Minijobs ist nicht gerade rosig!

  2. Die Deutschen bleiben noch solange auf dem Sofa bis der €uro crasht, Hartz 4 gestrichen wird, die Renten gekürzt werden …. und und und, kurzum das Geld nix mehr wert ist, dann gehts raus auf die Straßen …. Keine Angst, der Staatsbankrott kommt 100 % !!!

  3. In Frankreich ist alles anders, als im verduckmäusertem Deutschland. Wenn denen etwas nicht passt, dann gibt es Krawalle vom feinsten, wie man bei der letzten Arbeitsmarktreform sehen konnte. Wären die Franzosen anders, hätte es eine französische Revolution nie gegeben und dieser Sonnenkönig hätte in Versailles noch bis zum Ende seiner Tage residiert.

  4. Statt gemeinsam für ein sozialere Zukunft, lieber alleine in den Abgrund. Wer es noch nicht kapiert: entweder wir Europäer machen gemeinsam Politik in Brüssel und in den Hauptstädten nach unseren Vorstellungen oder sie wird in Washington und Peking nach anderen Vorstellungen gemacht. Demokratie ist ein hartes Geschäft, aber nur in die vermeintliche Wärme des Nationalstaats wegzulaufen, bringt keinem was außer China und den USA.

    • Der NSA-Skandal ist ein hervorragendes Beispiel, warum man eine starke EU haben sollte, die sich von den USA emanzipieren kann. Deutschland alleine kann das nicht, wie man sieht. Im Übrigen geht es darum, dass globale Politik nicht NUR in Washington oder Peking gemacht wird. Im Übrigen gibt es noch andere Politikbereiche als Geheimdienste. Deutschland alleine kann keine Lohn-, Arbeitsrechte, Sozial- und Steuerdumping verhindern. Da spielen Multis die Nationalstaaten gegeneinander aus. Die EU ist hierfür die Chance. Dass sie verbessert werden muss, steht außer Frage, aber welche sinnvolle Alternative gibt’s denn?

    • Ihnen scheint doch tatsächlich entgangen zu sein, dass die EU bis dato noch nie eine Union war, sondern nur ein armselig zerstrittener Verein…und last but not least auch nie eine Union Ihrer Vorstellungen werden wird und kann. Das EU Ziel, welches am Anfang ein ganz anderes war, wurde doch tatsächlich verspielt. Und anstatt alles um sich herum als Skandal zu betiteln, sollte die EU mal anfangen in den eigenen, Reihen aufzuräumen, dann hat sie mehr als genug zu tun.

    • Weil die EU so ein zerstrittener Haufen ist, werden jedes Jahr eine derartige Menge an Rechtsakten verabschiedet….nur weil nicht in jedem Feld Einigkeit herrscht, ist man noch nicht heillos zerstritten. Das nennt man eher gelebte Demokratie. Aber für viele, denen so einiges entgeht, muss das so wirken. Wie heißt es so schön, warum Fakten, wenn man eine starke Meinung hat.

    • Felix Zapatero Ein Europa der Vaterländer und ohne USA und Nato aber sie suchen den Kriek mit Russland die USA hatte schon immer was Angezettelt um Unruhe zu stiften und es wirt nicht mehr lange dauern wen man die Medien beobachtet dann kriegt man das grauen was mischt die USA sich überhaupt über all rein aber sie lieben den Krieg und wollen in gegen Russland Führen im Hintergrund der USA die Europäer sind so Blöd und vernichten sich selber und das wollen sie erreichen holen fiele Asylanten nach Europa und meistens alles Kriminelle und Bomben Europa anschließend in die Luft dann haben sie ihr Ziel erreicht meinen sie aber das es bei diesem Krieg keine Gewinner geben kann und großes elend geben wirt das wissen sie auch aber Nähmen es in Kauf den die Eliten haben Riesige Bunker Anlagen und Meinen sie werden es Überleben ist ein Unding den die Erde wäre Verseucht und die Menschen würden Qualvoll Sterben ??????? es Gibt noch eine Möglichkeit um es Abzuwenden die Menschen müssen endlich Aufwachen in Großer Hoffnung

  5. Als ich vor ca. 30 Jahren die Meinung vertrat: „Ich bin Europäer deutscher Nation“, hatte ich mich gründlich getäuscht. Und heute, soll ich nur Europäer, aber kein Deutscher sein? Aber unterschwellig, kommt m.E. immer mehr das Wunschdenken zu einem Europa der Völker. Bedauerlicherweise erstaunt es immer wieder, wie wenige davon wissen.

    • Hoffentlich, sonst können wir auf einer großartigen Zukunft blicken, für die uns unsere Kinder hassen werden namens TTIP , Freihandelsabkommen mit Verbrechern zur Förderung der Umsatzgeschäfte einiger weniger Millionäre.
      Nur ein Boykott der EU würde zu mehr Autonomie führen. Ansonsten sind wir bald alle im Eimer.

  6. Es wird doch alles dafür getan ,daß Europa mehr und mehr abgelehnt wird. Wenn man die Eurokraten so sieht ,wie sie sich durchwurschteln , könnte man meinen, die glauben schon selbst nicht mehr daran. Purer Aktionismus auf ganzer Linie. Wenn es so weiter geht , wird die negative Stimmung weoter hochkochen. Die Volksbefragung im Oktober 2016 in Ungarn wegen der Fluechtlinsverteilung wird den nächsten Rückschlag bringen.

  7. Fragt mich mal……Unsere EU Beiträge und Wirtschaftunterstützungen können wir auch anders verpulvern…….wo wir gerade beim Thema sind: Sämtliche Reparationszahlungen würde ich auf Null zurückfahren….zahlt irgendwer sonst für seine unrühmliche Vergangenheit? Geschichtsbewältigung per Schlussstrich!

  8. Ich denke mal keiner will in so einer Diktatur Leben weil es keine Demokratie gibt erstens werden die Völker dieser Union gefragt was diese wollen und was nicht man sollte den Plan mit der eu ganz schnell rückgängig machen denn diese eu ist ein Flopp das wissen die da oben ganz genau weil keiner kennt die Mentalität der Bürger in den EU Ländern

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