Fluss Whanganui bekommt dieselben Rechte wie ein Mensch

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Ein Fluss in Neuseeland bekam soeben dieselben Rechte wie ein Mensch zugesprochen. Bereits lange bevor Kolonisten Neuseeland eroberten, war der Whanganui Fluss ein wichtiger Teil der Maori-Kultur. Nach 160 Jahren haben es die Ureinwohner endlich geschafft, ihrem Lebenselixier eine Stimme zugeben.

Der Fluss Whanganui bekommt dieselben Rechte wie ein Mensch (Foto: Department of Conservation)
Der Fluss Whanganui bekommt dieselben Rechte wie ein Mensch (Foto: Department of Conservation)

Whanganui wird zur Person

Mit dem neuen Status des Whanganui-River können zugefügte Schäden vor Gericht wie ein Schaden gegenüber einer Person behandelt werden. Am 15. März 2015 trat die Gleichsetzung in Kraft. Dieser Fall kann durchaus als Präzedenzfall für andere eingeborene Völker und deren kulturellen Erbe gelten.

Die gleichen Rechte für Fluss und Mensch. Neuseeland behandelt den Fluss ab sofort als eine Person vor Gericht. Damit bekommt er auch alle Rechte zugesprochen, die ein Mensch im legalen Rechtssystem genießt.

Zwei Bevollmächtigte der lokalen, indigenen Völker vertreten Fluss nun bei jeglichen Rechtsfragen. Ihnen wird sozusagen das beste Interesse, das der Fluss für ein langfristiges Überleben anstreben würde, anvertraut. Einer der beiden Vertreter wurde von der neuseeländischen Regierung festgelegt, der andere wurde in lokalen Gemeinden gewählt.

Die Whanganui Iwi haben auf diesen Tag schon lange gehofft. Denn seit mehr als 160 Jahren kämpften sie für den Fluss und seine legale Anerkennung als Person vor dem Rechtsstaat. Für die indianische Kultur in Neuseeland ist das Wohlbefinden ihres Flusses offensichtlich sehr wichtig.

Der Whanganui Fluss birgt die Geschichte der Maori

„Aus der Sicht eines Maori ist die Gesundheit der Natur direkt mit der Gesundheit der Menschen verbunden,“ so zitiert die TIME Adtian Rurawhe, „und deshalb ist es sehr wichtig, dass der Fluss seine eigene Identität bekommt.“

„Ich weiß, viele Menschen werden es komische finden, eine natürliche Ressource als Person anzusehen“, sagte Mittelsmann der Verhandlungen Chris Finlayson. „Aber es ist nichts anderes als ein Familienfonds, ein Unternehmen oder eingetragene Vereine.“

Vor der Kolonialzeit trug der Whanganui Fluss einen entscheidenden Teil zum Überleben der Maori Menschen bei. Und durch seine einfache Befahrbarkeit zogen die Flussregionen Siedler aus dem ganzen Land an. Schlussendlich wurde jedes Flusstal zu einem Lebensraum für die Maori.

Als die Kolonisten Neuseeland erreichten, war der Fluss die am dichtesten besiedelte Region der Nordinsel. Aus diesem Grund sind die Gegenden an dem Fluss unglaublich reich an Geschichte und Kultur der Maori Völker.

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