Die 67. Berlinale: internationale Kunst trifft Filmgeschäft

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Die 67. Berlinale verzaubert erneut unsere Hauptstadt mit Kultur, Filmkunst und einem internationalen Publikum. Das Filmgeschäft ist aber auch, wie der Name es sagt, ein knallhartes Business. Hier ein Blick hinter die Kulissen.

Die Berlinale: politische Filmkunst trifft knallhartes Filmgeschäft. (Foto: Leander Wattig)
Die Berlinale: politische Filmkunst trifft knallhartes Filmgeschäft. (Foto: Leander Wattig)

Berlinale: Filmkunst in der Hauptstadt

Für die einen das kulturelle Highlight des Jahres, für die anderen nur ein weiteres frostig-kaltes Festival. Die Berlinale ist eines der wichtigsten Filmfestivals der Welt, wenigstens unter Liebhabern.

Die deutsche Hauptstadt steht während der Festivaltage unter Strom. Filmemacher aus der ganzen Welt können ihre Premiere kaum erwarten, und Zuschauer reihen sich in langen Schlangen vor den Ticketschaltern.

Als das größte Publikumsfestival des Films ist die Berlinale überall berüchtigt. Filme werden von der Weltpresse kritisch begutachtet und auch das Publikum wird mit in den Dialog mit eingenommen, so in einem Bericht der Deutschen Welle.

Auch ist die Berlinale bekannt als ein sehr politisches Festival. Ein Schwerpunkt dieses Jahr sind „schwarze Welten“. In einem der Filme geht es um die Beschneidung junger Männer in Afrika, mit der sie vor der Homosexualität bewahrt werden sollen. Nakkhane Touré hat dieses schmerzvolle Ritual selbst durchlebt, und möchte als Schauspieler mehr Bewusstsein über die verschwiegene Traditionen Afrikas wecken.

„Ich war nicht der einzige Schwule, der dieses Ritual erleiden musste. Aber es spricht niemand darüber. Sie haben zu viel Angst davor, nicht als echte Männer angesehen zu werden. Und genau das ist das Problem.” The Wound ist ein realistischer Film über gesellschaftliche Tabus und den Druck, der auf Homosexuellen in Südafrika liegt.

Auch das Geld spielt eine Rolle

Auf der Berlinale werden auch unzählige Geschäfte abgeschlossen. Zum ersten Mal empfängt der europäische Filmmarkt ein Gastland: Mexiko. Ohne Intention denkt man sofort an die neue US-Regierung.

„Jetzt wird uns gesagt, wir dürfen nicht anders denken, nicht anders sprechen und nicht anders sein. Wir dürfen keiner anderen Nationalität angehören. Dieser Totalitarismus und diese Aggression jetzt eine Mauer zu errichten, anstatt Brücken zu bauen – das ist für uns sehr bedauerlich und sehr traurig.“

Trotzdem glaubt Mónica Lozano Serrano, dass sie hiermit neue Möglichkeiten eröffnen, und zwar kann man lernen sich neu zu erfinden. Im Jahr 2010 revolutionierte sie mit ihrem Film Los Amores Perros die mexikanische Filmindustrie. Seitdem hat das Kino in Mexiko einen noch nie dagewesene Aufschwung erlebt. Auch hier, so wie im Rest der Welt, heißt der aktuelle Trend: Serien. Nach dem US-amerikanischen Beispiel werden gerade überall mehrteilige Geschichten produziert. Auch Mexiko versucht sich inzwischen an Serien. Sie sollen aber nicht nur die Menschen im eigenen Land erreichen, sondern auch die im Rest der Welt.

Die 67. Berlinale steht erneut für mutiges Kino und für neue Perspektiven. Wie so oft sind die künstlerischen Werke dem Mainstream eine Spur voraus.

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